Gesprächskonzerte "Verfolgung und Wiederentdeckung"
und andere wichtige Ereignisse
2011
(99) 15. September 2011 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Werner Richard Heymann: "Das gibt's nur einmal ..."
Werner Richard Heymann (1896-1961), den wohl erfolgreichsten Filmkomponisten der Weimarer Republik, kennt jeder, oder besser, seine Evergreens wie Das gibt's nur einmal, das kommt nicht wieder. Doch bevor Heymann für die Comedian Harmonists und zahllose Filmgrößen Songs verfasste, hatte er schon eine imposante Karriere als Kabarett-Komponist hinter sich. Diese heute weniger bekannten Lieder bildeten den Schwerpunkt des Gesprächskonzerts.
Das Leibregiment (1922) Text: Kurt Tucholsky
Der Umzug (1921/23) Text: Leo Heller
Kellerleute (1921/23) Text: Leo Heller
An den Kanälen (1921/23) Text: Walter Mehring
Die Knöpfelschuhe (1921/23) Text: Leo Heller 1921/23)
Der Glockenturm (1922) Text: Klabund
Die älteren Jahrgänge (1952) Text: Robert Gilbert (aus der Komödie "Professor Unrat")
Mit´m Zopp (1921/23) Text: Klabund
O hätt´ ich doch mein Kind verkauft (1952) Text: Robert Gilbert (aus der Komödie "Professor Unrat")
Die große Sensation (1921/23) Text: Walter Mehring
Die Kälte (1921/23) Text: Walter Mehring
Schattenfox (Dur-moll-Fox) (1922) Text: Hans Brennert
Heut´ gefall´ ich mir (1952) Text: Robert Gilbert (aus dem Film "Alraune")
Ach Maxe (1925) Text: Armin Robinson
Des Huhnes Morgengesang (1921/23) Text: Walter Mehring
Die Arie der großen Hure Presse (1921/23) Text: Walter Mehring
Irgendwo auf der Welt (1932) Text: Robert Gilbert und Werner Richard Heymann (aus dem Film "Ein blonder Traum")
Mitwirkende: Ensemble Zwockhaus: Maria Thomaschke und Andreas Jocksch (Sänger und Darsteller)
Olaf Taube (Vibraphon/Schlagzeug), Volker Suhre (Kontrabass), Nikolai Orloff (Klavier)
Leitung, Moderation und Arrangements: Winfried Radeke
Gesprächsgast: Elisabeth Trautwein-Heymann, die Tochter des Komponisten.
(98) 26. Mai 2011 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Mehr als das "Concerto Popolare": Franz Reizenstein zum 100. Geburtstag
Viele Musikfreunde kennen sein "Concerto Popolare", in dem er 1956 in Gerard Hoffnungs Music Festival Tschaikowsky gegen Grieg antreten ließ. Nur wenig weiß man jedoch über den Urheber dieser brillanten Klavierkonzert- Parodie. Der Komponist und Pianist Franz Reizenstein hatte als Jude 1934 aus Berlin fliehen müssen, wo Paul Hindemith und Leonid Kreutzer seine Lehrer gewesen waren. In England wurde er während des Krieges als "feindlicher Ausländer" interniert. Später erhielt er die britische Staatsbürgerschaft und eine Professorenstelle am Royal College of Music in London. Sein reiches musikalisches Schaffen blieb jedoch trotz des hohen Niveaus unterbelichtet.
3 Concert Pieces für Oboe und Klavier op. 10 (1937)
Sonatine für Oboe und Klavier op. 11 (1937)
Präludium in H-Dur, aus: Preludes and Fugues op. 32 (1955)
Sonate für Violine solo op. 46 (1968)
Interpreten: David Wilde, Klavier
Ingo Goritzki, Oboe
Kolja Lessing, Violine und Klavier
Albrecht Dümling im Gespräch mit John Reizenstein, dem Sohn des Komponisten, seinem Schüler David Wilde sowie Kolja Lessing.
(97) 24. Februar 2011 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Exil als Quelle der Kunst: Die Komponistin Ruth Schönthal
In Berlin als Kind jüdischer Eltern geboren, wurde Ruth Schönthal im Alter von fünf Jahren die jüngste Schülerin des Stern'schen Konservatoriums. Dieses musste sie 1935 unter der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten verlassen und nahm Privatunterricht u. a. bei dem Liedkomponisten Walter Hirschberg. 1938 floh die Familie zunächst nach Stockholm und 1941 nach Mexiko-Stadt, wo sie ihr Studium fortsetzte und als Pianistin und Komponistin beachtliche Erfolge feierte. 1946 lernte sie Paul Hindemith kennen, bei dem sie bis 1948 an der Yale University studierte. Die Einzigartigkeit ihrer Kompositionen besteht in der Verschmelzung von Stilmitteln der europäischen Musiktradition, der mexikanischen Volksmusik, der Aleatorik und der Minimal Music.
Reverberations - Nachklänge (1967-1974)
Sonata in Two Movements for Cello and Piano (1989)
Auszüge aus: Sonatina(1939)
Variations in Search of a Theme (1976)
The Canticles of Hieronymus (1986)
Interpreten: Adina Mornell, Klavier
Johanna Kotschy, Violoncello
Bettina Brand im Gespräch mit Adina Mornell
2010
(96) 16. Dezember 2010 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Treue zu Wien: Der Komponist und Musikforscher Egon Wellesz
Egon Wellesz blieb stets tief verwurzelt in der Wiener Tradition, der er entstammte. 1905 war er Schüler Arnold Schönbergs geworden, dem er 1921 die erste Monographie widmete. Nachdem er zunächst insbesondere das Lied sowie die Klavier- und Kammermusik gepflegt hatte, wandte er sich dem Bühnenschaffen zu, das seinen Höhepunkt in der Oper "Die Bacchantinnen" (1929/30) fand. Um die Oper kümmerte er sich auch als Musikologe. Nach dem "Anschluss" Österreichs ans Deutsche Reich im März 1938 kehrte Wellesz von einer Reise in die Niederlande nicht mehr in die Heimat zurück. Er emigrierte nach England, wo er bis zu seinem Tod lebte. Als Bühnenkomponist verstummte er. Aber er schuf neun Symphonien und Kammermusik.
Drei Skizzen für Klavier, op. 6 (1911)
Kirschblütenlieder, op. 8 (1912)
Zwei Stücke aus: Sechs Klavierstücke, op. 26 (1917-18)
Lieder aus Wien (H.C. Artmann), op. 82 (1959)
Studien in Grau für Klavier, op. 106 (1969)
Interpreten: Margarete Babinsky, Klavier
Martin Vacha, Bariton
Nora Lentner, Sopran
Axel Bauni, Klavier (Liedbegleitung)
Albrecht Dümling im Gespräch mit Dr. Bojan Bujic (Oxford)
(95) 28. September 2010 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Zwischen Traum und Elend: Exil Los Angeles
Gesprächskonzert mit Walter Arlen, Los Angeles
Los Angeles und die Traumfabrik von Hollywood waren Zufluchtsort für viele Künstler, die vor Hitler geflohen waren. Auch der aus einer jüdischen Familie stammende Mario Castelnuovo-Tedesco kam 1939 aus dem faschistischen Italien hierher, wo er Musik für mehr als 250 Spielfilme, aber auch für den Konzertsaal schrieb. Daneben war er bis zu seinem Tod auch als Kompositionslehrer tätig. Der 1920 in Wien geborene Walter Arlen, der ebenfalls 1939 in die USA floh, war mit Castelnuovo-Tedesco befreundet.
Interpreten: Gráinne Dunne, Klavier
Ensemble Zeitlos: Claudia Sack und Susanne Walter (Violinen), Chang-Yun Yoo (Viola), Gabriella Strümpel (Cello)
Albrecht Dümling im Gespräch mit Walter Arlen
28. September 2010
Jubiläums-Sonderkonzert "Kammermusik aus Theresienstadt"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt +
Programm: Gideon Klein: Klaviersonate, Streichtrio
Hans Krása: Lieder op.4, Passacaglia und Fuge für Streichtrio
Viktor Ullmann: Hölderlin-Lieder, Klaviersonate Nr. 6
Siegmund Schul: Chassidische Tänze
Pavel Haas: Vier Lieder nach chinesischer Poesie
Karel Reiner: Klaviertrio
Interpreten: Holger Groschopp, Klavier
Katharina Göres, Sopran
Jonathan de la Paz Zaens, Bariton
Gottfried Eberle, Liedbegleitung
Trio Quodlibet (Rainer Johannes Kimstedt, Violine; Regine Pfleiderer, Viola; Katharina Maechler, Violoncello)
(94) 23. September 2010 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Theresienstadt, die schönste Stadt der Welt – Chansons und Satiren
Für ein Gesprächskonzert von musica reanimata war 2006 das Programm "Und die Musik spielt dazu - Kabarett in Theresienstadt" entstanden. Das "Ensemble" Maria Thomaschke und Andreas Jocksch (Sänger und Darsteller) sowie Winfried Radeke (Arrangements, Begleitung) haben es in etlichen Aufführungen über drei Jahre lang an verschiedensten Orten gespielt (u.a. Philharmonie Berlin, Magdeburger Kaserne in Theresienstadt). Nun stellen sie ein neues Programm vor, das bislang weniger oder gar nicht bekannte Lieder und Texte (von Leo Strauss, Felix Porges, Walter Lindenbaum u.a.) bringt, die erst in jüngster Zeit wieder aufgetaucht sind, darunter Titel wie "Kasernenlied", "Die gelben Fleckerln" oder "Bad Blockhaus". Ergänzt werden sie durch zwei kleine Szenen, die verschiedene bizarre Situationen im Ghetto beschreiben.
Interpreten: Maria Thomaschke und Andreas Jocksch (Sänger und Darsteller)
Manfred Schmidt, Klavier
Timofej Sattarov, Bajan
Martin Genschow, Kontrabass
Leitung, Moderation und Arrangements: Winfried Radeke
Gesprächsgast: Helga Kinsky, Wien, Zeitzeugin aus Theresienstadt ("Zimmer 28")
(93) 17. Juni 2010 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Letzte Zuflucht Shanghai. Die Komponisten Wolfgang Fraenkel und Julius Schloß im Exil
Nach dem Novemberpogrom 1938 suchten viele der noch in Deutschland und Österreich verbliebenen Juden verzweifelt nach einem Exilland, das sie aufnehmen würde. Überall galten restriktive Einreisebestimmungen, nur die Stadt Shanghai verlangte kein Visum. Wolfgang Fraenkel wurde u.a. Dozent am Konservatorium, während sich Julius Schloß mit Gelegenheitsarbeiten durchschlagen musste. 1947 aber wurde er Fraenkels Nachfolger, als dieser in die USA emigrierte. Dabei übernahm er Sang Tong als Kompositionsschüler. Ein Jahr später ging auch Schloß in die USA. Gemeinsam ist ihnen auch die Nähe zur Schönberg-Schule. Schloß war Schüler von Alban Berg, Fraenkel orientierte sich ab den 1930er Jahren an Schönberg, den er später in Kalifornien kennenlernte.
J. Schloß: Streichquartett in einem langsamen Satz (1928, Alban Berg gewidmet); Auswahl aus "23 Studies for Piano in twelve tone style" für Kinder (1958)
W. Fraenkel: 1. Satz aus "Music for String Quartet" (A. Schönberg zum 75. Geburtstag gewidmet); 3 zweistimmige Praeludien für Klavier (1945 in Shanghai komponiert)
Sang Tong (studierte bei Fraenkel und Schloß): "In a remote place" für Klavier (1947)
Interpreten: Gottfried Eberle, Klavier
Ensemble Zeitlos: Claudia Sack und Susanne Walter (Violinen), Chang-Yun Yoo (Viola), Gabriella Strümpel (Cello)
Moderation: Dr. Ursula Krechel
Gesprächsgäste: Sonja Mühlberger und Christian Utz.
(92) 20. Mai 2010 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Unterstellungen und Ressentiments. Heinrich Kaminski und das NS-Regime
Kaminski hatte es in den zwanziger Jahren zu einigem Ansehen gebracht. Doch die Unterstellung "nichtarischer" Herkunft durch die Nazis verhinderte, dass er 1938 Nachfolger von Hindemith an der Hochschule für Musik in Berlin wurde. 1933 bereits hatte er eine Professur an der Preußischen Akademie der Künste verloren. Am bekanntesten wurde er mit seiner geistlichen Musik. Er selbst aber legte auch großen Wert auf seine Kammermusik.
Präludium und Fuge für Klavier aus: Klavierbuch III (1934/35)
Quartett a-Moll (1912) für Klavier, Klarinette, Viola und Violoncello
daraus: II. Ruthenisches Volkslied / III. Scherzo / IV. Finale
Musik für Violoncello und Klavier (1938)
daraus: I. Fantasia / II. Tanz
Interpreten: Maria Wiesmaier, Violoncello
Wolfgang Bender, Violine
Christian Vogel, Klarinette
Antonis Anissegos, Klavier
Dr. Manfred Peters im Gespräch mit Bettina Brand.
(91) 18. Februar 2010 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Trotz aller Erfolge aus dem Amt gejagt. Der Komponist und Hochschuldirektor Hans Gál
Mit Empfehlungen von Wilhelm Furtwängler, Karl Straube und Leo Kestenberg war er 1929 zum Direktor der Mainzer Musikhochschule berufen worden, die er trotz notwendiger Sparmaßnahmen ausbauen konnte. Hans Gál war weder Sozialdemokrat noch Neutöner. Er hatte nur einen Makel: seine „nichtarische“ Herkunft, wegen der er 1933 sein Direktorenamt verlor. Seine Tochter Eva Fox-Gál wird über seine Flucht über Wien nach England und die erfolgreiche Lehrtätigkeit in Edinburgh berichten. Als Komponist aber erreichte Gál hier nicht mehr eine solche Resonanz wie zuvor in Deutschland, wenngleich er – wie die an diesem Abend gespielten Werke zeigen – den an Brahms anknüpfenden Weg konsequent weiterging.
1. und 3. Satz aus der Sonate für Violine und Klavier b-Moll op. 17 (1920)
1. Satz aus der Sonate für Violine und Klavier D-Dur (1933)
Aus den 24 Präludien für Klavier op. 83 (1960): Nr. 3, 4, 7, 15, 16, 23, 24
Interpreten: David Frühwirth, Violine
Gottlieb Wallisch, Klavier
Eva Fox-Gál (England), die Tochter des Komponisten, im Gespräch mit Albrecht Dümling.
2009
(90) 10. Dezember 2009 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Raum und Reihe. Wladimir Vogel und seine Klaviermusik
Aufgrund seiner deutschen Staatsangehörigkeit war der in Moskau aufgewachsene Wladimir Vogel schon im Ersten Weltkrieg im Ural interniert. In Berlin studierte er Komposition bei Heinz Tiessen und Ferruccio Busoni und machte sich in Avantgarde-Kreisen bald einen Namen. Wegen seiner russisch-jüdischen Mutter und seines Engagements für deutsch-sowjetischen Kulturaustausch und die Arbeitermusikbewegung sah er sich im Mai 1933 zur Flucht gezwungen und fand endlich ein Domizil in der Schweiz, wo er bis ins hohe Alter musikalisch produktiv war. In seiner Klaviermusik geht er den Weg von der Skrjabin-Nachfolge zu sehr individueller, klangbetonter Zwölftonkomposition.
Nature vivante (1917 – 1921)
Trepak (1919)
Miniaturen aus dem Exil:
Ein wenig klagend (1933)Musette (1936)
Passac’aglina (1938)
In modo cantico (1941)
Glocken:
Ad usum nativitatis (1947)Russische Glocken (1978)
Intervalle (1980)
Epitaffio per Alban Berg (1936)
Interpret: Kolja Lessing, Klavier
Habakuk Traber im Gespräch mit Kolja Lessing.
(89) 15. Oktober 2009 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Als Zigeuner verfolgt. Oskar Siebert, Geiger und Jazzgitarrist aus dem Wedding
Der Vater entstammte einer Roma-Familie und hatte eine eigene Geigenbauwerkstatt, in die die Nazis geraubte Instrumente brachten. Die Mutter war eine russische Jüdin. Oskar wollte Berufsgeiger werden, doch die Nationalsozialisten verhafteten ihn als "Zigeuner" und verschleppten ihn nach Mauthausen und verschiedene Lager bis nach Frankreich. Seine Musik rettete ihm das Leben – er hatte für die Wachmannschaften aufzuspielen.
Nach seiner Befreiung ging Oskar Siebert als Jazz-Gitarrist in die USA. Nach Deutschland zurückgekehrt betätigte er sich als Musiker und Arrangeur in verschiedenen Bands, u.a. auch am RIAS Berlin.
4. Satz aus dem Streichquartett (1963/1983)
Präludien für Gitarre
Musik zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen für Streichquintett, 2007 (UA)
Interpreten: Accordo Streichquartett
(Nicola Borsche und Tassilo Kaiser, Violinen; Sabrina Briscik, Viola; Regine Zimmermann, Violoncello)
Martin Genschow, Kontrabass
Jacek Ansgar Rabinski, Gitarre
Winfried Radeke im Gespräch mit Mathias Ulbricht und Tassilo Kaiser
8.-10. Oktober 2009
Akademie der Künste am Hanseatenweg
+ Auf der Suche nach einer jüdischen Musik: Komponisten des Jüdischen Kulturbunds Berlin
3 Konzerte, Film und Podiumsdiskussion
In Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste Berlin
Donnerstag, 8. Oktober, 20 Uhr: Konzert I
Jakob Schönberg (1900-1956)
Zwei jiddische Lieder für Sopran und Klavier
Chassidische Suite für Klavier
2 hebräische Lieder für Sopran, Violine und Bratsche
6 hebräische Lieder für Stimme und Klavier
Quartett für Violine, Bratsche, Violoncello und Klavier
Freitag, 9. Oktober, 17 Uhr: Film
"Es waren wirklich Sternstunden. Der Jüdische Kulturbund 1933-1941"
Ein Film von Henryk M. Broder und Eike Geisel (BR u. SFB 1988).
Freitag, 9. Oktober, 20 Uhr: Konzert II
Arno Nadel (1878-1943)
Sabbat-Suite für Streichtrio (mit Sopran)
„Der Alef-Bejs“. Studie über das Volkslied von Warschawski für Sopran und Streichtrio
Bearbeitungen jüdischer Volkslieder für Gesang und Klavier
Karl Wiener (1891-1942)
Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn“ für Stimme und Klavier
Zwei Klavierstücke für die linke Hand op. 9
– Intermezzo
– Impromptu
Drei Lieder op. 37 auf Texte von Arno Nadel
Samstag, 10. Oktober, 16 Uhr: Podiumsdiskussion
Teilnehmer: Wolfgang Trautwein, Volker Kühn, Jascha Nemtsov, Albrecht Dümling,
Thomas Lackmann (Diskussionsleitung)
Samstag, 10. Oktober, 20 Uhr: Konzert III
Oskar Guttmann (1885-1943)
Hafis, 13 Lieder für Sopran und Klavier
Alfred Goodman (1919-1999)
„Three Meditations on Israel“ für Klavier
Bearbeitungen hebräischer Volkslieder für Stimme und Klavier (Berlin, 1937–1938)
Quartett für Violine, Bratsche, Violoncello und Klavier (Berlin 1938)
Interpreten: Jascha Nemtsov, Klavier und Konzeption
Verena Rein, Sopran
Sergey Malov, Violine
Jan Grüning, Viola
Jakob Spahn, Violoncello
Mathias Eysen, Sprecher
Moderation: Jascha Nemtsov und Albrecht Dümling.
(88) 28. Mai 2009 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Heimkehr in ein fremdes Land: Friedrich Hollaender
Ein Künstlerleben stellvertretend für viele NS-verfolgte Kollegen zum Thema "Remigration". In den zwanziger Jahren war Hollaender gefeierter Kabarettautor, Komponist und Pianist, arbeitete zusammen mit Tucholsky, Klabund und Mehring im Kabarett "Schall und Rauch", schrieb Revuen, hatte ein eigenes Kabarett, das "Tingel- Tangel", verfasste Schlager, Bühnen- und Filmmusiken: Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt. Emigration 1933. Im Exil in Hollywood 1934 erfolgloser Versuch mit einem neuen "Tingel-Tangel". Erfolg jedoch als Filmkomponist. In den fünfziger Jahren Rückkehr nach Deutschland. Zurückgekommen ja, aber "angekommen"? Schwerpunkt des Konzertes sind Hollaenders Erfahrungen als "Remigrant" im Deutschland der 50er und 60er Jahre.
- Wenn der Mond, wenn der Mond
- Tauentzienmädel
- Nass oder trocken
- Du bist die Frau
- Münchhausen (Lügenlied)
- An allem sind die Juden schuld
- Trinkgeld
- Ja, wenn die Musik nicht wär
- Das ist zu machen, mein Schatz
- Emigrantenballade (Auszüge)
- Ich ruf Sie an
- Totale Verfremdung
- Wie man sich unsichtbar macht
- Der Song vom Stottern
- Da lumpada lumpa
- Spötterdämmerung
Interpreten: Maria Thomaschke und Andreas Jocksch - Gesang, Texte
Manfred Schmidt - Klavier
Olaf Taube - Vibraphon, Schlagzeug
Martin Genschow - Kontrabass
Winfried Radeke - Arrangements, Moderation und Konzeption
Der Autor und Regisseur Volker Kühn im Gespräch mit Winfried Radeke.
(87) 6. April 2009 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ "Mediterrane Musik": Max Brod (1884 - 1968) als Komponist
Das Multitalent Max Brod ist in erster Linie bekannt geworden als Herausgeber der Werke Kafkas und als Übersetzer der Janácek-Opern, ferner als Romancier, Dramatiker, Librettist und Publizist. Fast ganz im Schatten blieb jedoch sein kompositorisches Oeuvre, das immerhin rund 40 Werke umfasst. Früh gefördert von dem Dvorák-Schüler Adolf Schreiber, der ein tragisches Ende durch Suizid nahm, entfaltete es sich zunächst vor allem im Lied.
Kurz vor dem Einmarsch der deutschen Truppen in Prag gelang es ihm, 1939 nach Palästina zu entkommen, wo er bis zu seinem Tod Dramaturg am israelischen Staatstheater Habimah war. 1940 begann eine zweite Kompositionsphase, die eine "mediterrane Musik", eine Verbindung europäischer und orientalischer Elemente anstrebte. Brod proklamierte eine "Distanzliebe" zwischen Deutschen und Juden.
Werke von Max Brod:
Sankt Nepomuks Vorabend (Goethe) für Stimme u. Klavier (1916)
126. Psalm für Stimme und Klavier (1921)
"Tod und Paradies" nach Versen von Franz Kafka op. 35 (1951)
Halil, aus: La Méditerranée – Rhapsodie für Klavier op. 28 (1945)
Aus: Acht Lieder aus Goethes "Chinesisch-Deutschen Jahres- und Tageszeiten" op. 32 (1949)
I. Moderato: Sag, was könnt uns Mandarinen
II. Zart, nicht schleppen, frisch: Weiß wie Lilien, reine Kerzen
IV. Langsam, ruhig: Dämmrung senkte sich von oben
VII. Mit Heftigkeit: Hingesunken alten Träumen
Musik von Tzvi Avni:
From There and Then. Prelude and Passacaglia for Piano (1998)
Interpreten: Katharina Göres, Sopran
Holger Groschopp, Klavier
Prof. Tzvi Avni (Tel Aviv) und Prof. Dr. Reinhard Flender (Hamburg) im Gespräch mit Dr. Albrecht Dümling.
(86) 12. Februar 2009 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Gesang der Amsel: Heinz Tiessen (1887-1971) als Komponist, Publizist und Lehrer
Heinz Tiessen gehört zu den seltenen Fällen eines Komponisten, dessen Werk und Wirken von den Nazis massiv attackiert und behindert wurde, der aber dennoch das "Dritte Reich" hindurch eine prominente Position als Kompositions-Professor an der Staatlichen Hochschule für Musik in Berlin wahren konnte. Anstoß erregt hatte seine Nähe zum avantgardistischen Melos-Kreis um Hermann Scherchen, aber auch seine Gründung und Leitung eines Arbeiterchors.
Nach dem Krieg wirkte er hoch angesehen als Direktor des Sternschen Konservatoriums, dann wieder als Professor für Komposition an der Hochschule und als Leiter der Musikabteilung der West-Berliner Akademie der Künste. Seine vitalste, expressionistische Zeit in den zwanziger Jahren ist gekennzeichnet von einem Faible für Amselgesang, auch für Jazzrhythmen. Das wird mit seiner Kammermusik dokumentiert.
Lied: "Die Amsel hat gesungen" (Max Dauthendey) op. 22,2 (1915)
Elegie für Viola und Klavier, op. 30,2 B (nach der "Hamlet-Suite" op. 30)
"Amsel-Septett" für Flöte, Klarinette, Horn, 2 Violinen, Viola und Violoncello in G-Dur op. 20 (1915)
Interpreten: WORK IN PROGRESS-BERLIN Ensemble für Gegenwartsmusik:
(Katrin Plümer, Flöte; Matthias Badczong, Klarinette; Aki Yamauchi, Horn; Kathrein Allenberg und Biliana Voutchkova, Violinen; Karen Lorenz, Viola; Marika Gejrot, Violoncello)
Gerhardt Müller-Goldboom, Leitung
Andreas Jocksch, Bariton / Sprecher
Gottfried Eberle, Klavier
Gesprächsgäste: Marianne Koch-Höffer, Nele Hertling
Konzeption und Moderation: Winfried Radeke
+ 2008 - 2005
2008
(85) 11. Dezember 2008 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Rätselhafte Connection: Das Gespann Heinz Tietjen - Leo Blech
Als Generalintendant aller Berliner Theater sowie als künstlerischer Leiter der Bayreuther Festspiele gehörte Heinz Tietjen zu den mächtigsten Kulturfunktionären im Dritten Reich. Wie Gustaf Gründgens gestattete er sich ein erstaunliches Maß künstlerischer Freiheit. Wie es ihm gelang, noch bis 1937 den "Nichtarier" Leo Blech als Generalmusikdirektor an der Staatsoper zu halten und ihm die Flucht ins Ausland zu ermöglichen, ist bis heute nicht ganz klar. Zum 50. Todestag Leo Blechs, von dem ausgewählte Kompositionen erklingen, widmet sich Dietrich Steinbeck diesem Rätsel.
Lieder von Leo Blech (1871-1958)
Aus der Ferne in der Nacht (Otto Julius Bierbaum) op.9a Nr.2
Tausend Sterne (Wolfgang Hammann) op.20 Nr.1
Trennung (W. Hammann) op.20 Nr.2
6 Chansons aus Der galante Abbé op.17 (Emmy Destinn)
Auswahl aus den Liedchen (Großen und kleinen Kindern vorzusingen) opp. 21, 22, 27 und 27
Interpreten: Sabine Hill, Sopran
Stefan Paul, Klavier
Bernd Ludwig und Dominik Stein, Sprecher
Prof. Dr. Dietrich Steinbeck im Gespräch mit Dr. Albrecht Dümling.
(84) 9. Oktober 2008 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Das verschüttete Lebenswerk eines dreimal Vertriebenen:
Der Dirigent Paul Kletzki als Komponist
Als der junge polnische Komponist Pavel Klecki nach dem Studium in Warschau zu weiteren Studien nach Berlin kam, änderte er die Schreibweise seines Namens. Er begann eine viel versprechende Karriere als Dirigent und Komponist von Liedern, Kammermusik und sinfonischen Werken und wurde von Furtwängler gefördert. Nach dem II.Weltkrieg wurde er als Dirigent in Israel, den USA und der Schweiz berühmt. Da hatte er das Komponieren bereits aufgegeben: Der Schock des Hitlerismus habe in ihm den Willen zum Komponieren zerstört. Außerdem glaubte er, dass all seine Partituren, die er bei der Flucht aus Italien in einem Hotel zurückgelassen hatte, vernichtet seien. 1965 fand man die Truhe, aber Kletzki wagte nicht, sie zu öffnen, obwohl alles unversehrt war.
Streichquartett Nr. 1 a-Moll op. 1 (1923)
Streichquartett Nr. 2 c-Moll op. 13 (1925)
Interpreten: casalQuartett
Rachel R. Späth und Daria Zappa, Violinen
Markus Fleck, Viola
Andreas Fleck, Violoncello
Habakuk Traber im Gespräch mit Karl Schüpbach (ehem. Mitglied des Berner Symphonieorchesters) und Markus Fleck.
(83) 26. Juni 2008 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Synagogale Innigkeit - Moderne Klangarchitektur: Der Komponist Samuel Adler im Gespräch
Die Zahl der Zeitzeugen, die noch unmittelbar Verfemung und Exil während des NS-Regimes erlebt haben, schrumpft rapide. Da ist Samuel Adler eine Besonderheit, der rüstig seinem 80. Geburtstag entgegengeht und von ungebrochener Aktivität ist. Noch in seiner Heimatstadt Mannheim hatte er als Siebenjähriger hochkarätigen Unterricht bei der Konzertmeisterin im Orchester des Jüdischen Kulturbunds und begann kurz darauf zu komponieren. 1939 floh die Familie ins Exil nach den USA. Adler studierte Komposition bei den deutschen Emigranten Paul Hindemith und Herbert Fromm sowie bei Aaron Copland. Das Dirigieren vermittelte ihm Serge Koussevitzky. Heute ist er als Komponist wie als Lehrer hoch angesehen. Von seinen über 400 Werken erklingt Kammermusik, die einerseits von synagogaler Innigkeit, andererseits von moderner Klangarchitektur geprägt ist.
Sonata No. 2 for Violin and Piano (1956), daraus: Allegro moderato
Close Encounters für Violine und Violoncello (1989) daraus: Slowly and lyrically
Canto X für Violoncello (1979)
Trio für Violine, Violoncello und Klavier (1964)
Interpreten: Tatjana Blome, Klavier
Wolfgang Bender, Violine
Maria Wiesmaier, Violoncello
Moderation: Bettina Brand
(82) 22. Mai 2008 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Mit der Gitarre in Theresienstadt: Die Dichterin und Sängerin Ilse Weber (1903-1944)
Mit ihren Artikeln, Theaterstücken und Radiosendungen wollte Ilse Weber zwischen den verschiedenen Kulturen der Tschechoslowakei vermitteln. Unter der deutschen Besatzung war dies nicht mehr erwünscht. Ihren ältesten Sohn hatte sie noch rechtzeitig nach Schweden schicken können, bevor sie nach Theresienstadt eingeliefert wurde. Dort schuf sie zahlreiche Gedichte und Lieder, bis sie 1944 zusammen mit ihrem Sohn Tommy in Auschwitz ermordet wurde.
Sämtliche erhaltenen Lieder
Auswahl an Gedichten
Märchen: "Riwke bäckt Barches"
Interpreten: Maria Thomaschke und Andreas Jocksch: Gesang, Rezitation
Kathrin Redlich, Gitarre
Timofey Sattarov, Bajan
Volker Suhre, Kontrabass
Winfried Radeke, Cembalo
Gesprächsgast: Rahel Rosa Neubauer
Arrangements, Leitung und Moderation: Winfried Radeke
(81) 10. April 2008 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Berufsverbot wegen Mischehe: Justus Hermann Wetzel (1879-1973)
Der Komponist Justus Hermann Wetzel lehrte in Berlin an der Akademie für Kirchen- und Schulmusik, bis die Nationalsozialisten ein Berufs- und Aufführungsverbot verhängten. Der Grund: Wetzel lehnte es ab, sich von seiner jüdischen Frau zu trennen. Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs rehabilitiert, wirkte er bis 1948 als Professor für Komposition an der Berliner Hochschule für Musik.
Lieder auf Texte von Hermann Hesse:
- Gute Stunde
- Meinem Bruder
- Die Kindheit
- Jugendgarten
- Immerzu
- Flötenspiel
- Geist der Liebe
- Im Nebel
- Zusammenhang
Zwei Lieder auf Texte von Herbert Roch:
- Der schwere Traum
- Im Felde
Aus dem Dritten Liederkreis für 1-2 Singstimmen und Klavier op. 13 nach Gedichten von Joseph Freiherr v. Eichendorff:
- Elfe
- Wanderschaft
- Morgenständchen
- Der Student
- Das zerbrochene Ringlein
- Treue
- Andenken
Interpreten: Ute Beckert, Sopran
Jörg Gottschick, Bariton
Ulrich Wildenhof, Sprecher
Gottfried Eberle, Klavier und Moderation
Gesprächsgast: Ruth Ruiz-Pipó (geb. Wetzel)
(80) 7. Februar 2008 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Erst gefeiert, dann vertrieben: Der Komponist Richard Mohaupt (1904-1957)
Mit einer Sondergenehmigung durfte im Februar 1938 in Dresden Mohaupts Oper Die Wirtin von Pinsk unter Karl Böhm uraufgeführt werden – mit großem Erfolg. Wegen kritischer Äußerungen und wegen seiner "nichtarischen" Ehefrau wurde der Komponist wenige Monate später endgültig aus der Reichsmusikkammer ausgeschlossen. 1939 floh er nach New York, wo sich Dirigenten wie Fritz Reiner, Dimitri Mitropoulos und Leopold Stokowski für sein Schaffen einsetzten.
Passacaglia of the Refugees (1939)
Ouvertüre zur Oper "Die Wirtin von Pinsk" (1937)
Funkmelodram "Der Pilot im Paradies" (1935, Auszug)
Stadtpfeifermusik für Orchester (1949, histor. Tonaufnahme)
Text des Schlusschores aus der unvollendeten Oper "Morituri" (1939/1955)
Arie des Dr. Antibioticus aus der Oper "Double-Trouble" (1954)
Bearbeitungen: Winfried Radeke
Interpreten: Andreas Jocksch, Bariton und Sprecher
Vokalensemble "Quintessenz!"
Manfred Schmidt und Cristian Peix an zwei Klavieren
Winfried Radeke im Gespräch mit Prof. Dr. Friedrich Geiger
2007
(79) 22. November 2007 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Das verpönte Instrument: Der Saxophonpionier Sigurd Rascher (1907-2001)
Das Saxophon galt bei den Nazis als "jüdisch-negerisch". Obwohl Sigurd Rascher noch 1932 als Solist bei den Berliner Philharmonikern auftreten durfte, musste er ein Jahr später aus Berlin fliehen. Im Ausland wurde er zum führenden Pionier seines Instruments. Komponisten wie Paul Hindemith, Alexander Glasunow, Frank Martin und Jacques Ibert schrieben für ihn; viele der Komponisten zählten selbst zu den verfemten.
Für Sigurd Rascher komponierte Werke
Wolfgang Jacobi: Sonate für Altsaxophon und Klavier
Edmund von Borck: Introduktion und Capriccio op. 11
Paul Hindemith: Konzertstück für zwei Saxophone
Paul Dessau: Suite für Saxophon und Klavier
Bernhard Heiden: Sonate für Saxophon und Klavier
Interpreten: Harry White und Frank Lunte, Saxophon
Tatjana Blome, Klavier
Albrecht Dümling im Gespräch mit Harry White und Frank Lunte
(78) 11. Oktober 2007 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Komponist, Professor und Ethnologe: Walter Kaufmann (1907-1984)
Seinen Berliner Lehrern Franz Schreker und Curt Sachs verdankte Walter Kaufmann die künstlerischen und wissenschaftlichen Fähigkeiten, die er ab 1934 in Indien fruchtbar anwendete: als Mittler zwischen der Musik Indiens und Europas. Danach wirkte er jahrzehntelang als angesehener Professor an der Indiana University in Bloomington. Der 100. Geburtstag Walter Kaufmanns ist Anlass, an seine weltumspannende Tätigkeit zu erinnern.
"In meines Vaters Garten" (1933)
Sieben Gesänge auf Gedichte von Heinz Politzer
Scherzo f-Moll (1924)
Meditation für Klavier (1924)
"Mondnacht" (1930)
Sonatina für Klavier
Klaviersonate (1948-1951)
Interpreten: Christfried Biebrach, Bariton
Friederike Haufe, Klavier
Volker Ahmels, Klavier
Michael Dasche im Gespräch mit Agata Schindler
(77) 7. Juni 2007 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Der Vielsprachige. Frühwerke von Erwin Schulhoff
Wie kaum ein anderer Komponist saugte der junge Schulhoff die Stile seiner Zeit wie ein Schwamm auf, ob es nun die Atonalität der Zweiten Wiener Schule um Schönberg war oder der Jazz. Und so fand er denn auch für jedes Werk einen eigenen Stil. Dies gilt insbesondere für die frühen Lieder und Violinwerke, die in diesem Konzert erklingen. Die Skala reicht von impressionis-tischen Oscar-Wilde-Vertonungen bis zu Bearbeitungen tschechischer Volkslieder.
Zwei Zigeunermelodien auf Texte von Adolf Heyduk
Drei Lieder für eine Altstimme mit Klavierbegleitung op.15 auf Texte von Oscar Wilde
Suite für Violine und Klavier op.1
Volkslieder und Tänze aus Schlesisch-Teschen (Auswahl)
Drei Stimmungsbilder für eine Sopranstimme, Violine und Klavier op.12
Interpreten: Olga Černá, Mezzosopran
František Kůda, Klavier
Jan Jouza, Violine
Gottfried Eberle im Gespräch mit Olga Černá
(76) 26. April 2007 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Weggelassen - Das Leben als Ellipse.
Die Exilkomponisten Karl Rankl (1898-1968) und Georg Tintner (1917-1999)
Beide Künstler waren prominente Dirigenten, die in ihrer Heimatstadt Wien bei bedeutenden Kompositionslehrern studiert hatten: Rankl bei Arnold Schönberg, Tintner bei Joseph Marx. Der Nationalsozialismus unterbrach jäh ihre vielversprechende Dirigentenkarriere. Beide flohen nach England, von wo sie ihr Weg nach Neuseeland, Australien und Kanada weiterführte. Ihre kompositorische Entwicklung verlief gegenläufig; während Rankl mehr und mehr zur Tonalität tendierte, radikalisierte sich Tintners Schreibweise zu einem kühnen Expressionismus. Erkennbar ist dies an seiner Komposition „The Ellipse“ für Sopran und Streichquartett, die auch im Gegenüber deutscher und englischer Texte die Exilsituation reflektiert. Der Titel meint dabei nicht nur die geometrische Figur, sondern auch das Weglassen eines Satzgliedes.
Lieder von Karl Rankl:
"Schließe mir die Augen beide" (Theodor Storm)
"Abendständchen" (Clemens Brentano) 1922
Drei Lieder aus der mittleren Periode (Oxford 1942):
"A Girls Mood" op.7,1 // "Gather ye Rose-birds" op.7,5 // "Coming and Going" op. 7,7
Zwei Lieder aus später Zeit:
"Wiegenlied" (Detlev von Liliencron) // "Gottes Segen" (Joseph v. Eichendorff) 1964
Lieder von Georg Tintner:
"Junge Liebe" (1935 - 1940):
1. Dämmerstunde (Theodor Storm)
2. Der Vogel (Otto Julius Bierbaum)
3. Schließe mir die Augen beide (Theodor Storm)
4. Mondnacht (Georg v. Kuh)
5. Liebeslied (Rainer Maria Rilke)
"Frühling" (Hermann Hesse) 1936
Georg Tintner:
"The Ellipse" für Sopran und Streichquartett (1955-1959)
Interpreten: Katharina Göres, Sopran
Gottfried Eberle, Klavier
Koehne Quartett (Wien):
Joanna Lewis, Violine
Anne Harvey-Nagl, Violine
Elaine Koene, Viola
Mara Kronick, Violoncello
Albrecht Dümling im Gespräch mit Matthias Wurz (Wien) und Tanya Tintner (Halifax/Kanada)
(75) 8. Februar 2007 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Der junge Trompeter von Theresienstadt: was aus Paul Aron Sandfort wurde…
Hans Krásas Kinderoper Brundibar kannte im Ghetto Theresienstadt fast jeder. Paul Aron Sandfort spielte als junger Trompeter in vielen Aufführungen mit. Dorthin hatte man ihn 1943 aus Dänemark verschleppt, wo er 1935 mit seiner Mutter Zuflucht gefunden und den Namen Sandfort angenommen hatte. Nach dem Krieg kehrte er nach Kopenhagen zurück, begann zu komponieren, Texte zu schreiben und verfasste schließlich eine Autobiografie.
Sein Melodram Nachschub sowie sein Theaterstück Der Besuch sind Zeugnisse späterer künstlerischer Auseinandersetzungen mit dem unfassbaren Thema Theresienstadt – in seiner selbst erlebten Gegenwart, seiner Aufarbeitung viele Jahre danach und der immerwährenden Frage: Warum?
"Nachschub" für Sprecher, Streichquartett, Flöte und Trompete (Text 1947, Musik 2001)
Auszüge aus dem Theaterstück "Der Besuch" (2005)
Interpreten:
Sören Linke ,Trompete
Antje Schurrock, Flöte
Cornelia Dill und Ulrike Töppen, Violinen
Amalia Aubert, Viola
Werner Klemm, Violoncello
Bernd Ludwig und Dominik Stein, Sprecher
Gottfried Eberle und Winfried Radeke im Gespräch mit Paul Aron Sandfort
2006
(74) 26. Oktober 2006 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Berlin – New York – Berlin. Die Komponistin Ursula Mamlok (*1923) im Gespräch
Ursula Mamlok ist gebürtige Berlinerin. 1939 musste sie mit ihren Eltern vor den Nationalsozialisten nach Ecuador fliehen. Nachdem sie ein Stipendium für die Mannes School of Music erhalten hatte, ging sie als Siebzehnjährige allein nach New York. Hier studierte sie u. a. bei Stefan Wolpe, Roger Sessions und Ralph Shapey. Sie unterrichtete 40 Jahre an der Manhattan School of Music Komposition und ist heute eine der profiliertesten Komponistinnen der USA. Im Sommer dieses Jahres ist Ursula Mamlok nach Berlin zurückgekehrt.
Haiku Settings (1967) für Sopran und Flöte
Music for Viola and Harp (1965/rev. 2003)
Sonar Trajectory (1966) für Tonband
Andreasgarten (1987) für Mezzosopran, Flöte und Harfe
Rhapsody (1989) für Klarinette, Viola und Klavier
2000 Notes (2000) für Klavier
Interpreten: Verena Rein, Sopran
modern art ensemble:
Klaus Schöpp, Flöte
Helge Harding, Klarinette
Jean-Claude Velin, Viola
Katharina Hanstedt, Harfe
Yoriko Ikeya, Klavier
Ursula Mamlok im Gespräch mit Bettina Brand
(73) 28. September 2006 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Verfolgt als Jude und später als "Formalist": Karel Reiner (1910-1979)
Karel Reiner gehörte in den 1930er Jahren zu den aktivsten Repräsentanten der musikalischen Avantgarde in Prag. Als die Juden nach der Okkupation im sogenannten Protektorat vom öffentlichen Leben völlig ausgeschlossen wurden, beteiligte er sich an der Planung und Ausführung illegaler Konzerte. Reiner spielte dort u.a. erstmals seine patriotisch-programmatische 2. Klaviersonate. 1943 wurde er, zusammen mit seiner Frau Hana, nach Theresienstadt deportiert. Reiner überlebte als einziger der dort inhaftierten Komponisten und kehrte nach dem Krieg nach Prag zurück. Unter der kommunistischen Herrschaft erlebte er sowohl öffentliche Anerkennung als auch Repressionen, die in einem Aufführungsverbot nach 1970 gipfelten. Der Komponist Karel Reiner geriet dadurch in Vergessenheit. Sein umfangreiches Schaffen enthält insbesondere Kammermusik in vielfältigen Besetzungen, aber auch Opern und Orchesterwerke.
Aus "Fünf Jazz-Etüden" für Klavier (1930): Nr. 2 und 3
"Sonata brevis" für Violoncello und Klavier (1946)
Aus "Marginálie" für Bassklarinette solo (1979): Nr. 3, 5-7
"Volné listy" ("Lose Blätter") für Klarinette, Cello und Klavier (1969)
Interpreten: Hui-Ping Lan, Klavier
Tara Bouman, Klarinette und Bassklarinette
Sebastian Foron, Violoncello
Peter Sarkar im Gespräch mit Anke Zimmermann und dem Komponisten und Dirigenten Thomas Müller (Halle/Saale).
(72) 1. Juni 2006 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Ein Verfemter wird Präsident. Der Komponist und Pädagoge Siegfried Borris (1906-1987)
Georg Schünemann, sein Mentor, erkannte die vielseitige Begabung des 1906 in Berlin geborenen Siegfried Borris Zuckermann. So durfte er neben dem Kompositionsstudium bei Hindemith ab 1929 selbst an der Berliner Musikhochschule unterrichten. 1933 konnte Borris noch promovieren, dann musste er aus rassischen Gründen die Hochschule verlassen. Anders als sein in Auschwitz ermordeter Vater hat er die NS-Zeit auf abenteuerliche Weise überlebt. Nach dem Krieg gehörte Borris zu den führenden Persönlichkeiten des westdeutschen Musiklebens (u.a. als Präsident des Deutschen Musikrats).
Drei Lieder aus früher Zeit:
Im Moor (Karl Maerten) op.3, Nr.1 (Januar 1925)
Veilchen (Lore v. Ledebur) op.5, Nr.2 (23.III.1925)
Abendlied (Franz Evers) op.12, Nr.2 (20.X.1926)
Vier Gedichte aus "Weg und Wende" (1941):
Aufklang - Abendlied - Vom Kinde - Schweigen
Die ferne Flöte (Klabund) op.12, Nr.1 (1935)
Zwei Lieder aus "Weg und Wende" op. 24 (1941/42):
Märzlied - Hoffende in der Nacht
Vier Gedichte aus "Sommergesang" (1946):
Mailied - An einen Vogel - Juninacht - Hochsommer
Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 139 (1980)
Interpreten: Katharina Göres, Sopran
Olga Kotchenkova, Violoncello
Hanno Pilz, Klarinette
Gottfried Eberle, Klavier
Albrecht Dümling im Gespräch mit Juliane Lepsius und Gisela Bauer.
(71) 11. Mai 2006 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Dem Vergessen entrissen: Der Komponist Edwin Geist
Der 1902 in Berlin geborene Komponist Edwin Geist fühlte sich dazu berufen, die Oper durch die Schaffung des "Musikschauspiels" zu erneuern. Die Nationalsozialisten verhinderten den Erfolg dieser Pläne. Sie klassifizierten ihn als "Halbjude", deshalb floh er nach Litauen, wo er 1941 wieder in die Gewalt der Verfolger geriet und Ende 1942 ermordet wurde. Dabei hätte es gut ausgehen können: Dank beherzter Helfer hatte er seine Freilassung aus dem Ghetto erreicht und auch seine Frau befreien können. Das abenteuerliche Schicksal Geists wurde erst vor wenigen Jahren von Reinhard Kaiser erforscht und in der Biographie Unerhörte Rettung beschrieben. Als besonderen Gast begrüßen wir Margarete Holzman, die in ihrer Jugend in Litauen Edwin Geist gut kannte, weil er mit ihren Eltern befreundet war.
Drei Lieder für Bariton und Violine (Zürich, 1928)
Zwei Gesänge der Apolloneia aus "Die Heimkehr des Dionysos" (Berlin, 1934-38)
Drei litauische Lieder (Kaunas, 1939/40)
Interpreten: Verena Rein, Sopran
David Pichlmaier, Bariton
Anita Keller, Klavier
Kolja Lessing, Violine
Reinhard Kaiser im Gespräch mit Kolja Lessing und Margarete Holzman.
(70) 16. März 2006 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ ...und die Musik spielt dazu! - Kabarett in Theresienstadt
Dem jüdischen „Vorzugslager" Theresienstadt hatten die nationalsozialistischen Machthaber die perfide Rolle zugedacht, die Öffentlichkeit im In- und Ausland über die wahren Ziele der Vernichtungslager zu tauschen. Neben Theater-, Konzert-, Opern- und Operettenaufführungen hatten die „Büros für Freizeitgestaltung" auch Kabarettvorführungen zu organisieren. Die ausführenden Künstler sollten in einer Art Oberlebensstrategie für Zerstreuung und Unterhaltung sorgen, zugleich waren sie aber auch Statisten in einem groß angelegten Täuschungsmanöver der Nazis. Im 70. Gesprächskonzert widmet sich musica reanimata erstmals dem bislang noch nicht ausreichend erforschten und dokumentierten Thema „Kabarett in Theresienstadt". Wir hören u.a. Texte von Leo Strauss, Manfred Greiffenhagen, Ludwig Hift und Frieda Rosenthal, teils auf ältere Melodien, teils Originalkompositionen von Martin Roman, Adolf Strauss, Ilse Weber u.a.
Als Zeitzeugin und Gesprächspartnerin konnte die Tochter des Kabarett-Komponisten Adolf Strauss gewonnen werden.
Interpreten: Maria Thomaschke und Andreas Jocksch, Gesang
Uri Rom, Klavier
Eva Maria Straussová-Erard im Gespräch mit Winfried Radeke.
2005
(69) 10. November 2005 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Rettung in letzter Minute: Der Wiener Komponist Erich Zeisl
Nach dem „Anschluss" Österreichs wurde Wien von Juden „gereinigt". Auch der 1905 geborene Komponist Erich Zeisl, der vor allem mit Liedern erfolgreich war, verlor nun seine Stelle am Wiener Konservatorium. Alle Aufführungen seiner Werke wurden abgesagt. Zeisl legte sein Schicksal in die Hände eines Fremden, der ihm ein Ausreisevisum nach Frankreich besorgen wollte. Dieses traf tatsächlich in letzter Minute ein, so dass die Zeisls am 10. November 1938, unmittelbar nach der „Reichskristallnacht", ausreisen konnten. Über Paris ging es weiter nach New York und schließlich Los Angeles. Mit einem Einführungsbrief von Hanns Eisler kam Zeisl hier zu Arnold Schönberg, der schließlich sein Schwiegervater wurde. Barbara Schoenberg-Zeisl (Los Angeles) besucht Berlin zum 100. Geburtstag ihres Vaters und spricht an diesem historischen Datum über Erich Zeisls Leben und Werk.
Suite für Klaviertrio h-Moll op. 8
"Mondbilder" (Chr. Morgenstern) für Bariton und Klavier
"Pieces for Barbara" für Klavier
Interpreten: Jörg Schneider, Bariton
Johanne v. Harsdorf, Klavier
Kai Franzke, Violine
Johannes Mirow, Violoncello
Barbara Schoenberg-Zeisl im Gespräch mit Dr. Albrecht Dümling.
(68) 29. September 2005 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Anspielen gegen das Grauen: Musik und Theater in Theresienstadt.
Theresienstadt, 1941 als „Altersghetto" für Juden eingerichtet, entpuppte sich mehr und mehr als Durchgangsstation nach Auschwitz. Trotz dieser Todesnähe entwickelte sich hier ein vitales Musikleben mit neuen Werken. Gideon Klein war 23 Jahre alt, als er 1943 seine erstaunlich reife Klaviersonate schuf. Der Schönberg-Schüler Viktor Ullmann konnte im Sommer 1944, kurz vor dem Abtransport, seine 7. Klaviersonate vollenden. Siegmund Schul, der eine Fuge für Klavier komponierte, starb bereits im Juni 1944 in Theresienstadt. Die in London lebende Pianistin Jacqueline Cole spielt die genannten Kompositionen und bringt außerdem ein Prelude von Simon Laks zur Uraufführung. Dieser aus Warschau stammende Komponist hat Auschwitz und Dachau überlebt.
Siegmund Schul: Fuge für Klavier (1941)
Gideon Klein: Klaviersonate (1943)
Szymon Laks: Prelude für Klavier (UA)
Viktor Ullmann: Klaviersonate Nr. 7 (1944)
Interpretin: Jacqueline Cole, Klavier
Eva Herrmannová im Gespräch mit Dr. Albrecht Dümling.
(67) 19. Mai 2005 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Exil in Moskau
Das Schicksal des polnischen Komponisten Mieczysław Weinberg (1919-1996)
Mieczysław Weinberg, 1919 in Warschau geboren, studierte am dortigen Konservatorium Klavier. 1939 floh er in die Sowjetunion, während seine ganze Familie in Polen blieb und dem Nazi-Terror zum Opfer fiel.
Weinberg studierte zunächst in Minsk Komposition. Nach dem Angriff der deutschen Wehrmacht 1941 floh er nach Taschkent und war dort an der Oper tätig, bis er 1943 dank der Hilfe von Dmitri Schostakowitsch nach Moskau übersiedelte. Eine enge Freundschaft begann. Schostakowitsch schätzte ihn als "einen der hervorragendsten Komponisten der heutigen Zeit". Weinberg wirkte in Moskau bis zu seinem Tod 1996 als freischaffender Komponist und gelegentlich als exzellenter Pianist. Er hinterließ ein umfangreiches Oeuvre, darunter 26 Symphonien und 17 Streichquartette. Dazu sagte er einmal: "Viele meiner Werke befassen sich mit dem Thema des Krieges. Ich sehe es als meine moralische Pflicht, vom Krieg zu schreiben, von den Gräueln, die der Menschheit in unserem Jahrhundert widerfuhren."
Acht Klavierstücke aus "Hefte für Kinder"
Klaviertrio op. 24
Interpreten: Jascha Nemtsov, Klavier; Erez Ofer, Violine; Hila Karni, Violoncello
Per Skans im Gespräch mit Reinhard Flender und Jascha Nemtsov.
(66) 10. März 2005 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Warschau - Berlin - Paris - New York. Stationen der Biografie Jerzy Fitelbergs (1903-1951)
Die Berliner Schule Franz Schrekers, durch die besonders viele jüdische Komponisten gingen, war mehrfach Thema der Konzerte von musica reanimata. Zu ihr zählt auch der Pole Jerzy Fitelberg, Sohn des bedeutenden Dirigenten Grzegorz Fitelberg. Er hat zunächst am Moskauer und Warschauer Konservatorium studiert, kam 1922 nach Berlin und wich 1933 vor dem NS-Regime nach Paris aus, von wo er 1940 nach New York emigrierte. Dort wirkte er bis zu seinem Tod. Mit vielen seiner Werke machte er in der ganzen Welt Furore, etwa mit zwei Violinkonzerten. Seine Musik zeichnet eine enorme rhythmische Energie aus.
Werke von Gregorz Fitelberg (1879-1953):
Romanzen ohne Worte D-Dur op. 11,1 (1892) und A-Dur op. 11,2 (1900)
"Intermezzo" aus der Violinsonate Nr. 2 F-Dur op. 12 (1901)
Werke von Jerzy Fitelberg (1903-1951):
Tango aus der Bühnenmusik "Der schlecht gefesselte Prometheus" (1929) (Bearbeitung für Violine und Klavier von Stefan Frenkel)
Serenade für Violine und Klavier (1943)
Streichquartett Nr. 2 (1926)
Interpreten: Filip Marek Lipski und Izabela Powichrowska, Violinen; James Eccles, Viola; Martin Smith, Violoncello; Gottfried Eberle, Klavier
Prof. Dr. Rainer Cadenbach im Gespräch mit Dr. Gottfried Eberle.
(65) 15. Januar 2005 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Kleiner Saal des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Von Königsberg nach Jerusalem - Der Weg des Abel Ehrlich (1915-2003)
Völlig unerwartet starb am 30. Oktober 2003 in Tel Aviv Abel Ehrlich im Alter von 88 Jahren - einem Alter, in dem andere Menschen nostalgisch auf ihr Lebenswerk zurückblicken. Nicht so Abel Ehrlich: Mit geradezu jugendlicher Vitalität und Schaffenskraft komponierte er in den letzten 10, 15 Jahren intensiver und unkonventioneller als je zuvor; sein Blick war stets in die Zukunft gerichtet, die ihm namentlich in Deutschland – endlich – neue Perspektiven bot.
Zeitlebens befand sich Ehrlich in einem inneren Zwiespalt, denn er hatte seine ostpreußische Heimat exilbedingt bereits 1934 verloren und war über Zwischenstationen in Jugoslawien und Albanien 1939 nach Palästina gelangt, wo er zwar endlich in Freiheit und Sicherheit leben konnte, aber nie ganz heimisch wurde. Hochgeschätzt als einer der wichtigsten Kompositions- und Musiktheorie-Lehrer Israels wurde er dort nur mit einem Bruchteil seines riesigen Œuvres rezipiert. Gerade in den letzten Jahren richteten sich seine Hoffnungen verstärkt auf Europa, speziell auf Deutschland, wo sein Schaffen auch dank des zunehmenden Bewusstseins für "Musik im Exil" auf Interesse stieß.
Der Geiger und Pianist Kolja Lessing war seit Jahren mit Ehrlich befreundet, der für ihn mehrere Werke komponierte. Auch mit dem Iturriaga-Quartett entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit; Ehrlich schuf Spannung und Flaschenpost für dieses Ensemble. Sein Portrait of Vincent van Gogh at the Age of 27 für Solovioline und Streichquartett ist Kolja Lessing und dem Iturriaga-Quartett gewidmet.
"Bashrav" für Violine solo (1953)
"Flaschenpost" für Streichquartett (2000)
"Die Asche, aus der das Vergessen besteht" für Violine solo (2000)
"Spannung" für Streichquartett (2000)
"Jeremia und Spinoza" für Violine solo (1997)
"Portrait of Vincent van Gogh at the Age of 27" für Solovioline und Streichquartett (2003)
Interpreten: Kolja Lessing, Violine
Iturriaga-Quartett
Prof. Kolja Lessing im Gespräch mit Dr. Albrecht Dümling.
+
2004 - 2000
(85) 11. Dezember 2008 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Rätselhafte Connection: Das Gespann Heinz Tietjen - Leo Blech
Als Generalintendant aller Berliner Theater sowie als künstlerischer Leiter der Bayreuther Festspiele gehörte Heinz Tietjen zu den mächtigsten Kulturfunktionären im Dritten Reich. Wie Gustaf Gründgens gestattete er sich ein erstaunliches Maß künstlerischer Freiheit. Wie es ihm gelang, noch bis 1937 den "Nichtarier" Leo Blech als Generalmusikdirektor an der Staatsoper zu halten und ihm die Flucht ins Ausland zu ermöglichen, ist bis heute nicht ganz klar. Zum 50. Todestag Leo Blechs, von dem ausgewählte Kompositionen erklingen, widmet sich Dietrich Steinbeck diesem Rätsel.
Lieder von Leo Blech (1871-1958)
Aus der Ferne in der Nacht (Otto Julius Bierbaum) op.9a Nr.2
Tausend Sterne (Wolfgang Hammann) op.20 Nr.1
Trennung (W. Hammann) op.20 Nr.2
6 Chansons aus Der galante Abbé op.17 (Emmy Destinn)
Auswahl aus den Liedchen (Großen und kleinen Kindern vorzusingen) opp. 21, 22, 27 und 27
Interpreten: Sabine Hill, Sopran
Stefan Paul, Klavier
Bernd Ludwig und Dominik Stein, Sprecher
Prof. Dr. Dietrich Steinbeck im Gespräch mit Dr. Albrecht Dümling.
(84) 9. Oktober 2008 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Das verschüttete Lebenswerk eines dreimal Vertriebenen:
Der Dirigent Paul Kletzki als Komponist
Als der junge polnische Komponist Pavel Klecki nach dem Studium in Warschau zu weiteren Studien nach Berlin kam, änderte er die Schreibweise seines Namens. Er begann eine viel versprechende Karriere als Dirigent und Komponist von Liedern, Kammermusik und sinfonischen Werken und wurde von Furtwängler gefördert. Nach dem II.Weltkrieg wurde er als Dirigent in Israel, den USA und der Schweiz berühmt. Da hatte er das Komponieren bereits aufgegeben: Der Schock des Hitlerismus habe in ihm den Willen zum Komponieren zerstört. Außerdem glaubte er, dass all seine Partituren, die er bei der Flucht aus Italien in einem Hotel zurückgelassen hatte, vernichtet seien. 1965 fand man die Truhe, aber Kletzki wagte nicht, sie zu öffnen, obwohl alles unversehrt war.
Streichquartett Nr. 1 a-Moll op. 1 (1923)
Streichquartett Nr. 2 c-Moll op. 13 (1925)
Interpreten: casalQuartett
Rachel R. Späth und Daria Zappa, Violinen
Markus Fleck, Viola
Andreas Fleck, Violoncello
Habakuk Traber im Gespräch mit Karl Schüpbach (ehem. Mitglied des Berner Symphonieorchesters) und Markus Fleck.
(83) 26. Juni 2008 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Synagogale Innigkeit - Moderne Klangarchitektur: Der Komponist Samuel Adler im Gespräch
Die Zahl der Zeitzeugen, die noch unmittelbar Verfemung und Exil während des NS-Regimes erlebt haben, schrumpft rapide. Da ist Samuel Adler eine Besonderheit, der rüstig seinem 80. Geburtstag entgegengeht und von ungebrochener Aktivität ist. Noch in seiner Heimatstadt Mannheim hatte er als Siebenjähriger hochkarätigen Unterricht bei der Konzertmeisterin im Orchester des Jüdischen Kulturbunds und begann kurz darauf zu komponieren. 1939 floh die Familie ins Exil nach den USA. Adler studierte Komposition bei den deutschen Emigranten Paul Hindemith und Herbert Fromm sowie bei Aaron Copland. Das Dirigieren vermittelte ihm Serge Koussevitzky. Heute ist er als Komponist wie als Lehrer hoch angesehen. Von seinen über 400 Werken erklingt Kammermusik, die einerseits von synagogaler Innigkeit, andererseits von moderner Klangarchitektur geprägt ist.
Sonata No. 2 for Violin and Piano (1956), daraus: Allegro moderato
Close Encounters für Violine und Violoncello (1989) daraus: Slowly and lyrically
Canto X für Violoncello (1979)
Trio für Violine, Violoncello und Klavier (1964)
Interpreten: Tatjana Blome, Klavier
Wolfgang Bender, Violine
Maria Wiesmaier, Violoncello
Moderation: Bettina Brand
(82) 22. Mai 2008 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Mit der Gitarre in Theresienstadt: Die Dichterin und Sängerin Ilse Weber (1903-1944)
Mit ihren Artikeln, Theaterstücken und Radiosendungen wollte Ilse Weber zwischen den verschiedenen Kulturen der Tschechoslowakei vermitteln. Unter der deutschen Besatzung war dies nicht mehr erwünscht. Ihren ältesten Sohn hatte sie noch rechtzeitig nach Schweden schicken können, bevor sie nach Theresienstadt eingeliefert wurde. Dort schuf sie zahlreiche Gedichte und Lieder, bis sie 1944 zusammen mit ihrem Sohn Tommy in Auschwitz ermordet wurde.
Sämtliche erhaltenen Lieder
Auswahl an Gedichten
Märchen: "Riwke bäckt Barches"
Interpreten: Maria Thomaschke und Andreas Jocksch: Gesang, Rezitation
Kathrin Redlich, Gitarre
Timofey Sattarov, Bajan
Volker Suhre, Kontrabass
Winfried Radeke, Cembalo
Gesprächsgast: Rahel Rosa Neubauer
Arrangements, Leitung und Moderation: Winfried Radeke
(81) 10. April 2008 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Berufsverbot wegen Mischehe: Justus Hermann Wetzel (1879-1973)
Der Komponist Justus Hermann Wetzel lehrte in Berlin an der Akademie für Kirchen- und Schulmusik, bis die Nationalsozialisten ein Berufs- und Aufführungsverbot verhängten. Der Grund: Wetzel lehnte es ab, sich von seiner jüdischen Frau zu trennen. Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs rehabilitiert, wirkte er bis 1948 als Professor für Komposition an der Berliner Hochschule für Musik.
Lieder auf Texte von Hermann Hesse:
- Gute Stunde
- Meinem Bruder
- Die Kindheit
- Jugendgarten
- Immerzu
- Flötenspiel
- Geist der Liebe
- Im Nebel
- Zusammenhang
Zwei Lieder auf Texte von Herbert Roch:
- Der schwere Traum
- Im Felde
Aus dem Dritten Liederkreis für 1-2 Singstimmen und Klavier op. 13 nach Gedichten von Joseph Freiherr v. Eichendorff:
- Elfe
- Wanderschaft
- Morgenständchen
- Der Student
- Das zerbrochene Ringlein
- Treue
- Andenken
Interpreten: Ute Beckert, Sopran
Jörg Gottschick, Bariton
Ulrich Wildenhof, Sprecher
Gottfried Eberle, Klavier und Moderation
Gesprächsgast: Ruth Ruiz-Pipó (geb. Wetzel)
(80) 7. Februar 2008 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Erst gefeiert, dann vertrieben: Der Komponist Richard Mohaupt (1904-1957)
Mit einer Sondergenehmigung durfte im Februar 1938 in Dresden Mohaupts Oper Die Wirtin von Pinsk unter Karl Böhm uraufgeführt werden – mit großem Erfolg. Wegen kritischer Äußerungen und wegen seiner "nichtarischen" Ehefrau wurde der Komponist wenige Monate später endgültig aus der Reichsmusikkammer ausgeschlossen. 1939 floh er nach New York, wo sich Dirigenten wie Fritz Reiner, Dimitri Mitropoulos und Leopold Stokowski für sein Schaffen einsetzten.
Passacaglia of the Refugees (1939)
Ouvertüre zur Oper "Die Wirtin von Pinsk" (1937)
Funkmelodram "Der Pilot im Paradies" (1935, Auszug)
Stadtpfeifermusik für Orchester (1949, histor. Tonaufnahme)
Text des Schlusschores aus der unvollendeten Oper "Morituri" (1939/1955)
Arie des Dr. Antibioticus aus der Oper "Double-Trouble" (1954)
Bearbeitungen: Winfried Radeke
Interpreten: Andreas Jocksch, Bariton und Sprecher
Vokalensemble "Quintessenz!"
Manfred Schmidt und Cristian Peix an zwei Klavieren
Winfried Radeke im Gespräch mit Prof. Dr. Friedrich Geiger
2007
(79) 22. November 2007 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Das verpönte Instrument: Der Saxophonpionier Sigurd Rascher (1907-2001)
Das Saxophon galt bei den Nazis als "jüdisch-negerisch". Obwohl Sigurd Rascher noch 1932 als Solist bei den Berliner Philharmonikern auftreten durfte, musste er ein Jahr später aus Berlin fliehen. Im Ausland wurde er zum führenden Pionier seines Instruments. Komponisten wie Paul Hindemith, Alexander Glasunow, Frank Martin und Jacques Ibert schrieben für ihn; viele der Komponisten zählten selbst zu den verfemten.
Für Sigurd Rascher komponierte Werke
Wolfgang Jacobi: Sonate für Altsaxophon und Klavier
Edmund von Borck: Introduktion und Capriccio op. 11
Paul Hindemith: Konzertstück für zwei Saxophone
Paul Dessau: Suite für Saxophon und Klavier
Bernhard Heiden: Sonate für Saxophon und Klavier
Interpreten: Harry White und Frank Lunte, Saxophon
Tatjana Blome, Klavier
Albrecht Dümling im Gespräch mit Harry White und Frank Lunte
(78) 11. Oktober 2007 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Komponist, Professor und Ethnologe: Walter Kaufmann (1907-1984)
Seinen Berliner Lehrern Franz Schreker und Curt Sachs verdankte Walter Kaufmann die künstlerischen und wissenschaftlichen Fähigkeiten, die er ab 1934 in Indien fruchtbar anwendete: als Mittler zwischen der Musik Indiens und Europas. Danach wirkte er jahrzehntelang als angesehener Professor an der Indiana University in Bloomington. Der 100. Geburtstag Walter Kaufmanns ist Anlass, an seine weltumspannende Tätigkeit zu erinnern.
"In meines Vaters Garten" (1933)
Sieben Gesänge auf Gedichte von Heinz Politzer
Scherzo f-Moll (1924)
Meditation für Klavier (1924)
"Mondnacht" (1930)
Sonatina für Klavier
Klaviersonate (1948-1951)
Interpreten: Christfried Biebrach, Bariton
Friederike Haufe, Klavier
Volker Ahmels, Klavier
Michael Dasche im Gespräch mit Agata Schindler
(77) 7. Juni 2007 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Der Vielsprachige. Frühwerke von Erwin Schulhoff
Wie kaum ein anderer Komponist saugte der junge Schulhoff die Stile seiner Zeit wie ein Schwamm auf, ob es nun die Atonalität der Zweiten Wiener Schule um Schönberg war oder der Jazz. Und so fand er denn auch für jedes Werk einen eigenen Stil. Dies gilt insbesondere für die frühen Lieder und Violinwerke, die in diesem Konzert erklingen. Die Skala reicht von impressionis-tischen Oscar-Wilde-Vertonungen bis zu Bearbeitungen tschechischer Volkslieder.
Zwei Zigeunermelodien auf Texte von Adolf Heyduk
Drei Lieder für eine Altstimme mit Klavierbegleitung op.15 auf Texte von Oscar Wilde
Suite für Violine und Klavier op.1
Volkslieder und Tänze aus Schlesisch-Teschen (Auswahl)
Drei Stimmungsbilder für eine Sopranstimme, Violine und Klavier op.12
Interpreten: Olga Černá, Mezzosopran
František Kůda, Klavier
Jan Jouza, Violine
Gottfried Eberle im Gespräch mit Olga Černá
(76) 26. April 2007 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Weggelassen - Das Leben als Ellipse.
Die Exilkomponisten Karl Rankl (1898-1968) und Georg Tintner (1917-1999)
Beide Künstler waren prominente Dirigenten, die in ihrer Heimatstadt Wien bei bedeutenden Kompositionslehrern studiert hatten: Rankl bei Arnold Schönberg, Tintner bei Joseph Marx. Der Nationalsozialismus unterbrach jäh ihre vielversprechende Dirigentenkarriere. Beide flohen nach England, von wo sie ihr Weg nach Neuseeland, Australien und Kanada weiterführte. Ihre kompositorische Entwicklung verlief gegenläufig; während Rankl mehr und mehr zur Tonalität tendierte, radikalisierte sich Tintners Schreibweise zu einem kühnen Expressionismus. Erkennbar ist dies an seiner Komposition „The Ellipse“ für Sopran und Streichquartett, die auch im Gegenüber deutscher und englischer Texte die Exilsituation reflektiert. Der Titel meint dabei nicht nur die geometrische Figur, sondern auch das Weglassen eines Satzgliedes.
Lieder von Karl Rankl:
"Schließe mir die Augen beide" (Theodor Storm)
"Abendständchen" (Clemens Brentano) 1922
Drei Lieder aus der mittleren Periode (Oxford 1942):
"A Girls Mood" op.7,1 // "Gather ye Rose-birds" op.7,5 // "Coming and Going" op. 7,7
Zwei Lieder aus später Zeit:
"Wiegenlied" (Detlev von Liliencron) // "Gottes Segen" (Joseph v. Eichendorff) 1964
Lieder von Georg Tintner:
"Junge Liebe" (1935 - 1940):
1. Dämmerstunde (Theodor Storm)
2. Der Vogel (Otto Julius Bierbaum)
3. Schließe mir die Augen beide (Theodor Storm)
4. Mondnacht (Georg v. Kuh)
5. Liebeslied (Rainer Maria Rilke)
"Frühling" (Hermann Hesse) 1936
Georg Tintner:
"The Ellipse" für Sopran und Streichquartett (1955-1959)
Interpreten: Katharina Göres, Sopran
Gottfried Eberle, Klavier
Koehne Quartett (Wien):
Joanna Lewis, Violine
Anne Harvey-Nagl, Violine
Elaine Koene, Viola
Mara Kronick, Violoncello
Albrecht Dümling im Gespräch mit Matthias Wurz (Wien) und Tanya Tintner (Halifax/Kanada)
(75) 8. Februar 2007 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Der junge Trompeter von Theresienstadt: was aus Paul Aron Sandfort wurde…
Hans Krásas Kinderoper Brundibar kannte im Ghetto Theresienstadt fast jeder. Paul Aron Sandfort spielte als junger Trompeter in vielen Aufführungen mit. Dorthin hatte man ihn 1943 aus Dänemark verschleppt, wo er 1935 mit seiner Mutter Zuflucht gefunden und den Namen Sandfort angenommen hatte. Nach dem Krieg kehrte er nach Kopenhagen zurück, begann zu komponieren, Texte zu schreiben und verfasste schließlich eine Autobiografie.
Sein Melodram Nachschub sowie sein Theaterstück Der Besuch sind Zeugnisse späterer künstlerischer Auseinandersetzungen mit dem unfassbaren Thema Theresienstadt – in seiner selbst erlebten Gegenwart, seiner Aufarbeitung viele Jahre danach und der immerwährenden Frage: Warum?
"Nachschub" für Sprecher, Streichquartett, Flöte und Trompete (Text 1947, Musik 2001)
Auszüge aus dem Theaterstück "Der Besuch" (2005)
Interpreten:
Sören Linke ,Trompete
Antje Schurrock, Flöte
Cornelia Dill und Ulrike Töppen, Violinen
Amalia Aubert, Viola
Werner Klemm, Violoncello
Bernd Ludwig und Dominik Stein, Sprecher
Gottfried Eberle und Winfried Radeke im Gespräch mit Paul Aron Sandfort
2006
(74) 26. Oktober 2006 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Berlin – New York – Berlin. Die Komponistin Ursula Mamlok (*1923) im Gespräch
Ursula Mamlok ist gebürtige Berlinerin. 1939 musste sie mit ihren Eltern vor den Nationalsozialisten nach Ecuador fliehen. Nachdem sie ein Stipendium für die Mannes School of Music erhalten hatte, ging sie als Siebzehnjährige allein nach New York. Hier studierte sie u. a. bei Stefan Wolpe, Roger Sessions und Ralph Shapey. Sie unterrichtete 40 Jahre an der Manhattan School of Music Komposition und ist heute eine der profiliertesten Komponistinnen der USA. Im Sommer dieses Jahres ist Ursula Mamlok nach Berlin zurückgekehrt.
Haiku Settings (1967) für Sopran und Flöte
Music for Viola and Harp (1965/rev. 2003)
Sonar Trajectory (1966) für Tonband
Andreasgarten (1987) für Mezzosopran, Flöte und Harfe
Rhapsody (1989) für Klarinette, Viola und Klavier
2000 Notes (2000) für Klavier
Interpreten: Verena Rein, Sopran
modern art ensemble:
Klaus Schöpp, Flöte
Helge Harding, Klarinette
Jean-Claude Velin, Viola
Katharina Hanstedt, Harfe
Yoriko Ikeya, Klavier
Ursula Mamlok im Gespräch mit Bettina Brand
(73) 28. September 2006 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Verfolgt als Jude und später als "Formalist": Karel Reiner (1910-1979)
Karel Reiner gehörte in den 1930er Jahren zu den aktivsten Repräsentanten der musikalischen Avantgarde in Prag. Als die Juden nach der Okkupation im sogenannten Protektorat vom öffentlichen Leben völlig ausgeschlossen wurden, beteiligte er sich an der Planung und Ausführung illegaler Konzerte. Reiner spielte dort u.a. erstmals seine patriotisch-programmatische 2. Klaviersonate. 1943 wurde er, zusammen mit seiner Frau Hana, nach Theresienstadt deportiert. Reiner überlebte als einziger der dort inhaftierten Komponisten und kehrte nach dem Krieg nach Prag zurück. Unter der kommunistischen Herrschaft erlebte er sowohl öffentliche Anerkennung als auch Repressionen, die in einem Aufführungsverbot nach 1970 gipfelten. Der Komponist Karel Reiner geriet dadurch in Vergessenheit. Sein umfangreiches Schaffen enthält insbesondere Kammermusik in vielfältigen Besetzungen, aber auch Opern und Orchesterwerke.
Aus "Fünf Jazz-Etüden" für Klavier (1930): Nr. 2 und 3
"Sonata brevis" für Violoncello und Klavier (1946)
Aus "Marginálie" für Bassklarinette solo (1979): Nr. 3, 5-7
"Volné listy" ("Lose Blätter") für Klarinette, Cello und Klavier (1969)
Interpreten: Hui-Ping Lan, Klavier
Tara Bouman, Klarinette und Bassklarinette
Sebastian Foron, Violoncello
Peter Sarkar im Gespräch mit Anke Zimmermann und dem Komponisten und Dirigenten Thomas Müller (Halle/Saale).
(72) 1. Juni 2006 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Ein Verfemter wird Präsident. Der Komponist und Pädagoge Siegfried Borris (1906-1987)
Georg Schünemann, sein Mentor, erkannte die vielseitige Begabung des 1906 in Berlin geborenen Siegfried Borris Zuckermann. So durfte er neben dem Kompositionsstudium bei Hindemith ab 1929 selbst an der Berliner Musikhochschule unterrichten. 1933 konnte Borris noch promovieren, dann musste er aus rassischen Gründen die Hochschule verlassen. Anders als sein in Auschwitz ermordeter Vater hat er die NS-Zeit auf abenteuerliche Weise überlebt. Nach dem Krieg gehörte Borris zu den führenden Persönlichkeiten des westdeutschen Musiklebens (u.a. als Präsident des Deutschen Musikrats).
Drei Lieder aus früher Zeit:
Im Moor (Karl Maerten) op.3, Nr.1 (Januar 1925)
Veilchen (Lore v. Ledebur) op.5, Nr.2 (23.III.1925)
Abendlied (Franz Evers) op.12, Nr.2 (20.X.1926)
Vier Gedichte aus "Weg und Wende" (1941):
Aufklang - Abendlied - Vom Kinde - Schweigen
Die ferne Flöte (Klabund) op.12, Nr.1 (1935)
Zwei Lieder aus "Weg und Wende" op. 24 (1941/42):
Märzlied - Hoffende in der Nacht
Vier Gedichte aus "Sommergesang" (1946):
Mailied - An einen Vogel - Juninacht - Hochsommer
Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 139 (1980)
Interpreten: Katharina Göres, Sopran
Olga Kotchenkova, Violoncello
Hanno Pilz, Klarinette
Gottfried Eberle, Klavier
Albrecht Dümling im Gespräch mit Juliane Lepsius und Gisela Bauer.
(71) 11. Mai 2006 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Dem Vergessen entrissen: Der Komponist Edwin Geist
Der 1902 in Berlin geborene Komponist Edwin Geist fühlte sich dazu berufen, die Oper durch die Schaffung des "Musikschauspiels" zu erneuern. Die Nationalsozialisten verhinderten den Erfolg dieser Pläne. Sie klassifizierten ihn als "Halbjude", deshalb floh er nach Litauen, wo er 1941 wieder in die Gewalt der Verfolger geriet und Ende 1942 ermordet wurde. Dabei hätte es gut ausgehen können: Dank beherzter Helfer hatte er seine Freilassung aus dem Ghetto erreicht und auch seine Frau befreien können. Das abenteuerliche Schicksal Geists wurde erst vor wenigen Jahren von Reinhard Kaiser erforscht und in der Biographie Unerhörte Rettung beschrieben. Als besonderen Gast begrüßen wir Margarete Holzman, die in ihrer Jugend in Litauen Edwin Geist gut kannte, weil er mit ihren Eltern befreundet war.
Drei Lieder für Bariton und Violine (Zürich, 1928)
Zwei Gesänge der Apolloneia aus "Die Heimkehr des Dionysos" (Berlin, 1934-38)
Drei litauische Lieder (Kaunas, 1939/40)
Interpreten: Verena Rein, Sopran
David Pichlmaier, Bariton
Anita Keller, Klavier
Kolja Lessing, Violine
Reinhard Kaiser im Gespräch mit Kolja Lessing und Margarete Holzman.
(70) 16. März 2006 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ ...und die Musik spielt dazu! - Kabarett in Theresienstadt
Dem jüdischen „Vorzugslager" Theresienstadt hatten die nationalsozialistischen Machthaber die perfide Rolle zugedacht, die Öffentlichkeit im In- und Ausland über die wahren Ziele der Vernichtungslager zu tauschen. Neben Theater-, Konzert-, Opern- und Operettenaufführungen hatten die „Büros für Freizeitgestaltung" auch Kabarettvorführungen zu organisieren. Die ausführenden Künstler sollten in einer Art Oberlebensstrategie für Zerstreuung und Unterhaltung sorgen, zugleich waren sie aber auch Statisten in einem groß angelegten Täuschungsmanöver der Nazis. Im 70. Gesprächskonzert widmet sich musica reanimata erstmals dem bislang noch nicht ausreichend erforschten und dokumentierten Thema „Kabarett in Theresienstadt". Wir hören u.a. Texte von Leo Strauss, Manfred Greiffenhagen, Ludwig Hift und Frieda Rosenthal, teils auf ältere Melodien, teils Originalkompositionen von Martin Roman, Adolf Strauss, Ilse Weber u.a.
Als Zeitzeugin und Gesprächspartnerin konnte die Tochter des Kabarett-Komponisten Adolf Strauss gewonnen werden.
Interpreten: Maria Thomaschke und Andreas Jocksch, Gesang
Uri Rom, Klavier
Eva Maria Straussová-Erard im Gespräch mit Winfried Radeke.
2005
(69) 10. November 2005 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Rettung in letzter Minute: Der Wiener Komponist Erich Zeisl
Nach dem „Anschluss" Österreichs wurde Wien von Juden „gereinigt". Auch der 1905 geborene Komponist Erich Zeisl, der vor allem mit Liedern erfolgreich war, verlor nun seine Stelle am Wiener Konservatorium. Alle Aufführungen seiner Werke wurden abgesagt. Zeisl legte sein Schicksal in die Hände eines Fremden, der ihm ein Ausreisevisum nach Frankreich besorgen wollte. Dieses traf tatsächlich in letzter Minute ein, so dass die Zeisls am 10. November 1938, unmittelbar nach der „Reichskristallnacht", ausreisen konnten. Über Paris ging es weiter nach New York und schließlich Los Angeles. Mit einem Einführungsbrief von Hanns Eisler kam Zeisl hier zu Arnold Schönberg, der schließlich sein Schwiegervater wurde. Barbara Schoenberg-Zeisl (Los Angeles) besucht Berlin zum 100. Geburtstag ihres Vaters und spricht an diesem historischen Datum über Erich Zeisls Leben und Werk.
Suite für Klaviertrio h-Moll op. 8
"Mondbilder" (Chr. Morgenstern) für Bariton und Klavier
"Pieces for Barbara" für Klavier
Interpreten: Jörg Schneider, Bariton
Johanne v. Harsdorf, Klavier
Kai Franzke, Violine
Johannes Mirow, Violoncello
Barbara Schoenberg-Zeisl im Gespräch mit Dr. Albrecht Dümling.
(68) 29. September 2005 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Anspielen gegen das Grauen: Musik und Theater in Theresienstadt.
Theresienstadt, 1941 als „Altersghetto" für Juden eingerichtet, entpuppte sich mehr und mehr als Durchgangsstation nach Auschwitz. Trotz dieser Todesnähe entwickelte sich hier ein vitales Musikleben mit neuen Werken. Gideon Klein war 23 Jahre alt, als er 1943 seine erstaunlich reife Klaviersonate schuf. Der Schönberg-Schüler Viktor Ullmann konnte im Sommer 1944, kurz vor dem Abtransport, seine 7. Klaviersonate vollenden. Siegmund Schul, der eine Fuge für Klavier komponierte, starb bereits im Juni 1944 in Theresienstadt. Die in London lebende Pianistin Jacqueline Cole spielt die genannten Kompositionen und bringt außerdem ein Prelude von Simon Laks zur Uraufführung. Dieser aus Warschau stammende Komponist hat Auschwitz und Dachau überlebt.
Siegmund Schul: Fuge für Klavier (1941)
Gideon Klein: Klaviersonate (1943)
Szymon Laks: Prelude für Klavier (UA)
Viktor Ullmann: Klaviersonate Nr. 7 (1944)
Interpretin: Jacqueline Cole, Klavier
Eva Herrmannová im Gespräch mit Dr. Albrecht Dümling.
(67) 19. Mai 2005 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Exil in Moskau
Das Schicksal des polnischen Komponisten Mieczysław Weinberg (1919-1996)
Mieczysław Weinberg, 1919 in Warschau geboren, studierte am dortigen Konservatorium Klavier. 1939 floh er in die Sowjetunion, während seine ganze Familie in Polen blieb und dem Nazi-Terror zum Opfer fiel.
Weinberg studierte zunächst in Minsk Komposition. Nach dem Angriff der deutschen Wehrmacht 1941 floh er nach Taschkent und war dort an der Oper tätig, bis er 1943 dank der Hilfe von Dmitri Schostakowitsch nach Moskau übersiedelte. Eine enge Freundschaft begann. Schostakowitsch schätzte ihn als "einen der hervorragendsten Komponisten der heutigen Zeit". Weinberg wirkte in Moskau bis zu seinem Tod 1996 als freischaffender Komponist und gelegentlich als exzellenter Pianist. Er hinterließ ein umfangreiches Oeuvre, darunter 26 Symphonien und 17 Streichquartette. Dazu sagte er einmal: "Viele meiner Werke befassen sich mit dem Thema des Krieges. Ich sehe es als meine moralische Pflicht, vom Krieg zu schreiben, von den Gräueln, die der Menschheit in unserem Jahrhundert widerfuhren."
Acht Klavierstücke aus "Hefte für Kinder"
Klaviertrio op. 24
Interpreten: Jascha Nemtsov, Klavier; Erez Ofer, Violine; Hila Karni, Violoncello
Per Skans im Gespräch mit Reinhard Flender und Jascha Nemtsov.
(66) 10. März 2005 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Warschau - Berlin - Paris - New York. Stationen der Biografie Jerzy Fitelbergs (1903-1951)
Die Berliner Schule Franz Schrekers, durch die besonders viele jüdische Komponisten gingen, war mehrfach Thema der Konzerte von musica reanimata. Zu ihr zählt auch der Pole Jerzy Fitelberg, Sohn des bedeutenden Dirigenten Grzegorz Fitelberg. Er hat zunächst am Moskauer und Warschauer Konservatorium studiert, kam 1922 nach Berlin und wich 1933 vor dem NS-Regime nach Paris aus, von wo er 1940 nach New York emigrierte. Dort wirkte er bis zu seinem Tod. Mit vielen seiner Werke machte er in der ganzen Welt Furore, etwa mit zwei Violinkonzerten. Seine Musik zeichnet eine enorme rhythmische Energie aus.
Werke von Gregorz Fitelberg (1879-1953):
Romanzen ohne Worte D-Dur op. 11,1 (1892) und A-Dur op. 11,2 (1900)
"Intermezzo" aus der Violinsonate Nr. 2 F-Dur op. 12 (1901)
Werke von Jerzy Fitelberg (1903-1951):
Tango aus der Bühnenmusik "Der schlecht gefesselte Prometheus" (1929) (Bearbeitung für Violine und Klavier von Stefan Frenkel)
Serenade für Violine und Klavier (1943)
Streichquartett Nr. 2 (1926)
Interpreten: Filip Marek Lipski und Izabela Powichrowska, Violinen; James Eccles, Viola; Martin Smith, Violoncello; Gottfried Eberle, Klavier
Prof. Dr. Rainer Cadenbach im Gespräch mit Dr. Gottfried Eberle.
(65) 15. Januar 2005 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Kleiner Saal des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Von Königsberg nach Jerusalem - Der Weg des Abel Ehrlich (1915-2003)
Völlig unerwartet starb am 30. Oktober 2003 in Tel Aviv Abel Ehrlich im Alter von 88 Jahren - einem Alter, in dem andere Menschen nostalgisch auf ihr Lebenswerk zurückblicken. Nicht so Abel Ehrlich: Mit geradezu jugendlicher Vitalität und Schaffenskraft komponierte er in den letzten 10, 15 Jahren intensiver und unkonventioneller als je zuvor; sein Blick war stets in die Zukunft gerichtet, die ihm namentlich in Deutschland – endlich – neue Perspektiven bot.
Zeitlebens befand sich Ehrlich in einem inneren Zwiespalt, denn er hatte seine ostpreußische Heimat exilbedingt bereits 1934 verloren und war über Zwischenstationen in Jugoslawien und Albanien 1939 nach Palästina gelangt, wo er zwar endlich in Freiheit und Sicherheit leben konnte, aber nie ganz heimisch wurde. Hochgeschätzt als einer der wichtigsten Kompositions- und Musiktheorie-Lehrer Israels wurde er dort nur mit einem Bruchteil seines riesigen Œuvres rezipiert. Gerade in den letzten Jahren richteten sich seine Hoffnungen verstärkt auf Europa, speziell auf Deutschland, wo sein Schaffen auch dank des zunehmenden Bewusstseins für "Musik im Exil" auf Interesse stieß.
Der Geiger und Pianist Kolja Lessing war seit Jahren mit Ehrlich befreundet, der für ihn mehrere Werke komponierte. Auch mit dem Iturriaga-Quartett entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit; Ehrlich schuf Spannung und Flaschenpost für dieses Ensemble. Sein Portrait of Vincent van Gogh at the Age of 27 für Solovioline und Streichquartett ist Kolja Lessing und dem Iturriaga-Quartett gewidmet.
"Bashrav" für Violine solo (1953)
"Flaschenpost" für Streichquartett (2000)
"Die Asche, aus der das Vergessen besteht" für Violine solo (2000)
"Spannung" für Streichquartett (2000)
"Jeremia und Spinoza" für Violine solo (1997)
"Portrait of Vincent van Gogh at the Age of 27" für Solovioline und Streichquartett (2003)
Interpreten: Kolja Lessing, Violine
Iturriaga-Quartett
Prof. Kolja Lessing im Gespräch mit Dr. Albrecht Dümling.
2004
(64) 2. Dezember 2004 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Pionier der Musik Israels - Der Komponist Paul Ben-Haim (1897-1984)
Als der Direktor der Augsburger Oper, ein Nationalsozalist, ihm 1931 seine Kapellmeisterstelle kündigte, wusste Paul Frankenburger, dass er in Deutschland keine Zukunft mehr haben würde. In seiner Heimatstadt München hatte er Klavier und im Umfeld der Münchener Schule Komposition studiert. Nachdem sich schon vor der sogenannten Machtergreifung antisemitische Zwischenfälle gehäuft hatten, trat er 1933 eine Informationsreise nach Palästina an, wohin er vier Monate später auswanderte. Für viele war seine Ankunft in Tel Aviv die Geburtsstunde der neuen israelischen Musik. Unter dem neuen Namen Paul Ben-Haim schuf er zahlreiche Werke aller Genres, wurde ein erfolgreicher Pianist und der gefragteste Kompositionslehrer Israels.
Noch in Deutschland hatte er 1933 sein monumentales Oratorium Joram komponiert. Sein persönlicher Ausdrucksstil findet sich jedoch besonders in seinen lyrischen Liedern und in Solostücken von unvergleichlicher instrumentaler Poetik.
Klaviersonate op. 49 (1954)
Musik für Cello (1977)
"Blühende Myrte", Liederzyklus (1965)
Fünf Stücke op. 34 für Klavier solo (1943)
Interpreten: Mimi Sheffer, Sopran; Gila Goldstein, Klavier; Hila Karni, Violoncello
Referenten: Habakuk Traber und Prof. Dr. Peter Schwarz.
(63) 30. September 2004 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Zwei Leben im Schatten von Theresienstadt: Karel Berman und Paul Aron Sandfort
Die Musik im Ghetto Theresienstadt, die Ausgangspunkt der Arbeit von musica reanimata war, rückt immer wieder in unser Blickfeld. Diesmal ist Karel Berman, bislang eher als Sänger bekannt (der "Tod" in Viktor Ullmanns Kaiser von Atlantis), als Komponist vorzustellen mit einem Liederzyklus und einer Klaviersuite autobiografischen Charakters.
Als Zeitzeuge ist Paul Aron Sandfort geladen, der in Theresienstadt als junger Trompeter in Hans Krásas Kinderoper Brundibár mitwirkte und heute als Musikwissenschaftler und Komponist in Dänemark lebt.
Werke von Karel Berman:
"Poupata" ("Knospen"). Liederzyklus für Bass und Klavier, komponiert 1944 in Theresienstadt
"Reminiscences". Suite für Klavier solo (1938-1945)
Interpreten: Jörg Schneider, Bass-Bariton; Johanne von Harsdorf, Klavier
Paul Aron Sandfort im Gespräch mit Gottfried Eberle.
(62) 13. Mai 2004 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Ein zu Unrecht vergessener Komponist? Werke des Dirigenten Oskar Fried (1871-1941)
Oskar Fried gilt bis heute als legendärer Dirigent, dessen Einspielungen aus den 20er und 30er Jahren als CDs veröffentlicht sind und seinen Rang dokumentieren. Nahezu vergessen ist indes der Komponist Oskar Fried, der mit seinen oft großformatigen Werken bis zum 1. Weltkrieg beachtliche Erfolge verbuchte, so dass man sogar von einem spezifischen Fried-Stil sprach.
Soweit in einem Kammerkonzert möglich, will der Abend einen vielfältigen Eindruck geben von Frieds Kunst, die sich vor allem auf dem Gebiet der Vokalmusik entfaltet. Auch das seltene Genre des Melodrams hat er gepflegt.
Ausschnitte aus:
"Das trunkene Lied" op. 11 für Mezzosopran, Bariton, Chor und Orchester
"Verklärte Nacht" op. 9 für Mezzosopran, Tenor und Orchester
"Die Auswanderer" für Sprecher und Orchester
Lieder und Duette:
"Frühlingsgedränge"
"Die Sonne sinkt"
"Der Tod krönt die Unschuld"
"Lieben", "Wiegenlied"
"Herr und Herrin"
"Heiterkeit, güldene, komm!"
Interpreten: Regine Gebhardt, Mezzosopran; Markus Ahme, Tenor; Tobias Müller-Kopp, Bariton; Daniel Morgenroth, Rezitation; Holger Groschopp, Klavier
Moderation: Jens Schubbe und Stefan Lang.
(61) 4. März 2004 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Exil in Brasilien - Der Pianist und Komponist Henry Jolles (1902-1965)
Mit Henry Jolles setzt musica reanimata ihre Beschäftigung mit dem brasilianischen Exil fort. Der gebürtige Berliner war Klavierschüler von Artur Schnabel und Edwin Fischer und studierte Komposition u.a. bei Kurt Weill. Neben seiner ausgedehnten Konzerttätigkeit bekleidete er bald Positionen als Lehrer in Berlin und Köln. Das NS-Regime zwang ihn zur Emigration, die ihn 1933 nach Paris und 1940 nach Brasilien führte, wo er eine breit gefächerte Tätigkeit als Pianist und Komponist entfaltete.
Schumanniana für Klavier (1956)
Inicio da Cantata Numero 170 (nach J.S. Bach)
Ultimo poema (Stefan Zweig)
Pequeno Notturno (nach einem Thema von Chopin)
Zwei Schubert-Fragmente, ergänzt von H. Jolles
Interpreten: Claudia Neubert, Sopran; Uri Rom, Klavier; Henry Jolles in Einspielungen
Referenten: Gabriele Stiller-Kern und Dirk Moeller.
(60) 12. Februar 2004 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Zwischen Jazz und Zwölftonmusk - Das vielfältige Wirken des Mátyás Seiber
Wie in einem Prisma versammeln sich im Schaffen des Ungarn Mátyás Seiber alle Facetten der Musik des 20. Jahrhunderts. Selbstverständlich fast, dass er von Kodaly (seinem Lehrer) und Bartök stilistisch seinen Ausgang nimmt Mit seiner Übersiedlung nach Deutschland in den zwanziger Jahren weitet sich sein Horizont immens. Er ist einerseits angezogen von Schönbergs Zwölftontechnik, andererseits vom Jazz (er regt am Hochschen Konservatorium in Frankfurt/Main eine Jazzklasse an, deren Leitung er fibernimmt). Beides verbindet sich in seinem 2. Streichquartett, das an diesem Abend gespielt werden wird.
Derlei aber galt den Nazis als "entartet". Seiber emigrierte 1935 nach London, wo er eine breit gefacherte Tätigkeit als Filmkomponist, Musik-Organisator und Lehrer entfaltete. Florian Scheding, der an einer Dissertation über Seiber arbeitet, wird einen Eindruck von dieser Fülle vermitteln.
Vier ungarische Volkslieder für zwei Violinen
Streichquartett Nr.1
Intermezzo aus dem 2. Streichquartett
Interpreten: Irina Kolpakova und Dmitrij Feinschmidt, Violinen; Andrey Makiy, Viola; Sebastian Selke, Violoncello
Referent: Florian Scheding im Gespräch mit Gottfried Eberle.
2003
(59) 27. November 2003 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Verfemte Operette. Das Schicksal Emmerich Kálmáns und seines Verlages
Vier Lieder aus dem Zyklus "Dalai"
Drei Titel aus "Die Csárdásfürstin"
Drei Titel aus "Die Herzogin von Chicago"
Interpreten: Kathrin Unger, Sopran; Björn Kuhn, Tenor; Uri Rom, Klavier
Jan Rolf Müller und Dr. Stefan Frey im Gespräch mit Albrecht Dümling.
(58) 9. Oktober 2003 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Komponist in Australien. George Dreyfus zum 75. Geburtstag
Trio für Flöte, Klarinette und Fagott (1956)
Galgenlieder (1957). Sieben Gedichte von Christian Morgenstern für Bariton, Flöte, Klarinette, Violine und Fagott
The Adventures of Sebastian the Fox (1963). Suite of eight descriptive pieces with narration. Fassung für Sprecher, Flöte, Klarinette und Fagott
Interpreten: Frank-Georg Jarke, Flöte; Felix Löffler, Klarinette; Alexander Hase, Fagott; Götz Bernau, Violine; Andreas Joksch, Bariton
George Dreyfus im Gespräch mit Albrecht Dümling.
(57) 25. September 2003 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Von Berlin nach Jerusalem - Der dornige Weg des Haim Alexander
Haim Alexander: Orientalische Fantasie für Klaviertrio (Uraufführung)
Michael Wolpe: Trio Nr. 4 The Oud Trio
Arnold Schönberg: Verklärte Nacht in der Bearbeitung für Klaviertrio von Eduard Steuermann
Interpreten: Amber Trio Jerusalem (Lior Kretzer, Klavier; Uri Dror, Violine; Michael Croitoru-Weissmann, Violoncello)
Habakuk Traber im Gespräch mit dem Komponisten.
(56) 15. Mai 2003 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Franz Schreker in Berlin. Ein Portrait in Musik und Dokumenten.
Mit Werken Schrekers und seiner Schüler Ignace Strasfogel, Felix Petyrek und Berthold Goldschmidt.
Klavierarrangements aus Werken Schrekers:
Der Geburtstag der Infantin, Der Schatzgräber, Die Gezeichneten, Irrelohe
Vier Skizzen für den Film (1929/30)
Zwei lyrische Gesänge (1923) aus den "Grashalmen" von Walt Whitman
Felix Petyrek: "Irrelohe-Foxtrott" (1922)
Ignace Strasfogel: Streichquartett (1927)
Berthold Goldschmidt: 4. Streichquartett (1992)
Interpreten: Maacha Deubner, Sopran; Holger Groschopp, Klavier;
Iturriaga Quartett Leipzig
Moderation: Frank Harders-Wuthenow und Jens Schubbe.
(55) 30. März 2003 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Komponistenportrait Alexander Zemlinsky (1871-1942)
Albumblatt für Klavier "Erinnerungen aus Wien" (1895)
Zwei Sätze für Streichquintett (1894-96)
Streichquartett Nr. 3 op. 19 (1924)
"Circes Lied" (1939)
"Maiblumen blühten überall" (1898) für Sopran und Streichsextett
Interpreten: Turid Karlsen, Sopran; Antony Beaumont, Klavier;
Kathrein Allenberg und Gisela Bender, Violine; Karen Lorenz und Jutta Geitmann-Hampe, Viola; Marika Gejrot und Andreas Vetter, Violoncello
Moderation: Antony Beaumont.
(54) 13. Februar 2003 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Erfolg und Verfolgung.
Das Schicksal der Pianistin und Komponistin Ilse Fromm-Michaels (1888-1986)
Langsamer Walzer für Klavier (ca. 1950)
Acht Skizzen op. 5
Variationen über ein eigenes Thema op. 8
Passacaglia op. 16
Stimmungen eines Fauns op. 11 für Klarinette solo
Babette Dorn, Klavier und Moderation; Dirk Benkwitz, Klarinette
2002
(53) 21. November 2002 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Exil in Nizza. Das Schicksal des Komponisten Joseph Beer (1908-1987)
Ausschnitte aus den Operetten "Polnische Hochzeit", "Stradella", "Mitternachtssonne" und "La Polonaise"
Interpreten: Beatrice Beer, Sopran; Uri Rom, Klavier
Hanna Beer, die Witwe des Komponisten, im Gespräch mit Habakuk Traber.
(52) 24. Oktober 2002 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Innere Emigration im Jahr 1944 - Walter Braunfels und seine Kammermusik
Streichquartett Nr. 1 F-Dur op. 61
1. Satz aus dem Streichquintett fis-Moll op. 63
Interpreten: Dagan-Quartett (Matan Dagan, Anne Kathrin Meier, Martin von der Nahmer, Verena Obermayer)
Stefan Heinemeyer, 2. Violoncello
Prof. Michael Braunfels im Gespräch mit Albrecht Dümling.
(51) 20. Juni 2002 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Erwin Schulhoff (1894-1942) - Unterhaltung am Klavier - Walzer, Märsche, Modetänze
Neun kleine Reigen op. 13
Tempo di Tango
A Musical Flip - Happy Hours - Butterflies (DE)
Sherri Jones, Klavier
Albrecht Riethmüller, Moderation.
(50) 25. April 2002 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Jüdische Symphonie im holländischen Versteck.
Das Schicksal des Musikers Wilhelm Rettich (1892-1988)
Sechs Lieder für eine Frauenstimme und Klavier op. 2
Drei Lieder für eine Singstimme, Klavier und obligate Flöte op. 8
Dagny - Letzte Morgensterne. Lieder für hohe Stimme und Klavier op. 177 nach Gedichten von Christian Morgenstern (Nr. 1-6)
Interpreten: Sabine Bergk, Sopran; Monika Ritter v. Hattingberg, Flöte; Gottfried Eberle, Klavier
Albrecht Dümling im Gespräch mit dem Verleger Egon A. von Preyß.
(49) 28. Februar 2002 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Überleben in finsteren Zeiten. Der Berliner Blacher-Kreis um 1940
Boris Blacher: Zwei Sonatinen für Klavier op. 14 (1940)
Fünf Sinnsprüche Omars des Zeltmachers (1931)
Drei Psalmen für Bariton und Klavier (1943)
Rudolf Wagner-Régeny: Klavierbüchlein 1940
Gottfried von Einem: Vier Klavierstücke op. 3
Interpreten: Peter Schöne, Bariton; Axel Bauni, Klavier
Gerty Blacher im Gespräch mit Albrecht Dümling.
2001
(48) 29. November 2001 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Karl Weigl (1881-1949)
"Es war einmal" aus: 6 Klavierstücke op. 2 (1909)
"Das Rosenband" (Klopstock) in Vertonungen von Schubert, Zemlinsky, Strauss und Weigl
Fünf Lieder:
"Schlummerliedchen" (R. Leander) (ca. 1904)
"Beatrix" (W. Calé) (1908)
"Es goß mein volles Leben" (W. Calé) (1910)
Abendlied (K. Groth) (1918)
"Blaue Nacht" (G. Falke) (vor 1932)
4 Miniaturen für Flöte und Klavier (1942)
Interpreten: Evelyn Chih-Yih Chan, Gesang; Pascal Godart, Klavier; Camilla Hoitenga, Flöte.
Moderation: Michael Haas.
(47) 30. Oktober 2001 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Musik als Widerstandspotential: Hanns Eisler im Exil in Prag und in Hollywood
Elegie 1939
Bettellied (1937)
"Man lebt von einem Tag zu dem anderen". Kantate im Exil Nr.1
"Nein". Kantate im Exil Nr. 2
Lieder aus "Schweyk im zweiten Weltkrieg"
Aus den Anakreontischen Fragmenten (Nr. 1+2)
Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration
Interpreten: Winnie Böwe, Gesang; Uwe Lohse, Klavier
Referenten: Jürgen Schebera und Albrecht Dümling.
Musik in Auschwitz und im Warschauer Ghetto
Drei Veranstaltungen im Curt-Sachs-Saal im Musikinstrumentenmuseum Berlin:
(46) - (44) 19. und 20. Mai 2001 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Curt-Sachs-Saal im Musikinstrumentenmuseum Berlin
+ Musik in Auschwitz und im Warschauer Ghetto
"Das wunderbare Überleben". Władysław Szpilman (1911-2000)
"Das Leben der Maschinen" für Klavier solo (1934) - Uraufführung
Eine Auswahl von Chansons
Interpreten: Günther Herzfeld, Klavier; Katarzyna Stankowska, Gesang; Pawel Perlinski, Klavier
Referenten: Andrzej Szpilman und Habakuk Traber.
"Musik in Auschwitz". Szymon Laks (1901-1983)
Fünf Lieder auf Gedichte von Julian Tuwim
Fünf jiddische Volkslieder
Pogrzeb (Bestattung). Passacaglia für Gesang und Klavier
Portrait de l'oiseau qui n'existe pas
Drei Lieder auf Gedichte von Ludwik Zuk-Skarszewski
Interpreten: Verena Rein, Sopran; Gottfried Eberle, Klavier
Referenten: André Laks und Isabel Herzfeld.
"Ihr sollt die Wahrheit erben".
Die Cellistin Anita Lasker Wallfisch im Gespräch mit Bettina Brand.
Augustin Maurs, Violoncello und Gottfried Eberle, Klavier spielen die Gambensonate BWV 1078 von Bach und die Cellosonate von Szymon Laks
(43) 1. März 2001 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Abseits aller modischen Trends. Wolfgang Jacobi (1894-1972):
"Neoklassiker" aus Überzeugung
Divertissement pour accordéon (1966)
Räuberballade von Pierre, dem roten Coquillard (1931/33)
Sonate für Klavier Nr. 3 (1939)
Sonatine für Klavier (1968)
Die Sonette des Satans für Bariton und Klavier (1946)
Die Toten vom Spoon River für Bariton und Akkordeon (1958)
Referenten: Andreas Ullrich (der Enkel des Komponisten), Barbara Kienscherf und Gottfried Eberle
Interpreten: Martin Hummel, Bariton; Ivan Koval, Akkordeon; Armin Fuchs, Klavier
2000
(42) 30. November 2000 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Musica Viva in Brasilien. Komponist, Lehrer und Anreger: Hans Joachim Koellreutter
Improviso e estudo para flauta solo (1938)
"Musica 1941" für Klavier
Ácronon für Percussion und Klavier (1978/79)
Dietrich Erdmann: Sechs kleine Klavierstücke (1933)
Interpreten: Kornelia Brandkamp, Flöte; Christoph Grahl, Percussion; Sergio Villafranca und Dietrich Erdmann, Klavier
Der Komponist im Gespräch mit Dietrich Erdmann und Albrecht Dümling.
(41) 12. Oktober 2000 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ "Wenn Freud und Leid sich verflechten".
Der Musiker William Hilsley und sein Schicksal als Zivilinternierter im NS-Regime
Fantasie on a Provencal Cristmas Carol für Oboe und Streichquartett
Missa for male voices a cappella (Tonbandeinspielung)
Dance Pieces for Oboe and Viola
Nr. 1 und 3 aus "The Turning World" für zwei Klaviere
Songs for Voice and piano
Interpreten: Blanca Gleisner, Oboe; Renate Kegel und Christian Düring, Violinen; Gor Hovhannissyan, Viola; Andreas Voß, Cello; Johanna Krum, Sopran; Gottfried Eberle und Albrecht Dümling, Klavier
Paul Werner Wagner im Gespräch mit dem Komponisten.
(40) 15. Juni 2000 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Der Jasager und der Neinsager - Kurt Weill und Ernst Krenek im Traumland Amerika
Lieder und Klaviermusik und eine Montage aus Texten der Komponisten.
Eine Montage aus Texten von Weill und Krenek, vorgetragen von Isabel Herzfeld und Albrecht Dümling
Werke von Weill und von Krenek, u.a. "The Ballad of the Railroads"
Interpreten: Stefanie Wüst und Verena Rein, Sopran; Reinhard Schmiedel, Klavier; Reinhold Wolf, Gesang und Violine
(39) 6. April 2000 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
Der Ghetto-Swinger - Der Jazzmusiker Coco Schumann in Theresienstadt und Auschwitz
(38) 29. Februar 2000 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Jüdin aus Berlin im US-Exil - Das Schicksal der Komponistin Ursula Mamlok
Daybreak (1944)
Grashoppers. Sechs Humoresken für Klavier (1957)
Four German Songs (nach Hesse)
Panta Rhei für Violine, Violoncello und Klavier (1981)
Polarities für Flöte, Violine, Violoncello und Klavier (1995)
Interpreten: Verena Rein, Sopran; Udo Agnesens Klavier; Mitglieder des Modern Art Sextet
Gottfried Eberle im Gespräch mit der Komponistin.
+
1999 - 1995
(64) 2. Dezember 2004 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt
+ Pionier der Musik Israels - Der Komponist Paul Ben-Haim (1897-1984)
Als der Direktor der Augsburger Oper, ein Nationalsozalist, ihm 1931 seine Kapellmeisterstelle kündigte, wusste Paul Frankenburger, dass er in Deutschland keine Zukunft mehr haben würde. In seiner Heimatstadt München hatte er Klavier und im Umfeld der Münchener Schule Komposition studiert. Nachdem sich schon vor der sogenannten Machtergreifung antisemitische Zwischenfälle gehäuft hatten, trat er 1933 eine Informationsreise nach Palästina an, wohin er vier Monate später auswanderte. Für viele war seine Ankunft in Tel Aviv die Geburtsstunde der neuen israelischen Musik. Unter dem neuen Namen Paul Ben-Haim schuf er zahlreiche Werke aller Genres, wurde ein erfolgreicher Pianist und der gefragteste Kompositionslehrer Israels.
Noch in Deutschland hatte er 1933 sein monumentales Oratorium Joram komponiert. Sein persönlicher Ausdrucksstil findet sich jedoch besonders in seinen lyrischen Liedern und in Solostücken von unvergleichlicher instrumentaler Poetik.
Klaviersonate op. 49 (1954)
Musik für Cello (1977)
"Blühende Myrte", Liederzyklus (1965)
Fünf Stücke op. 34 für Klavier solo (1943)
Interpreten: Mimi Sheffer, Sopran; Gila Goldstein, Klavier; Hila Karni, Violoncello
Referenten: Habakuk Traber und Prof. Dr. Peter Schwarz.
(63) 30. September 2004 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Zwei Leben im Schatten von Theresienstadt: Karel Berman und Paul Aron Sandfort
Die Musik im Ghetto Theresienstadt, die Ausgangspunkt der Arbeit von musica reanimata war, rückt immer wieder in unser Blickfeld. Diesmal ist Karel Berman, bislang eher als Sänger bekannt (der "Tod" in Viktor Ullmanns Kaiser von Atlantis), als Komponist vorzustellen mit einem Liederzyklus und einer Klaviersuite autobiografischen Charakters.
Als Zeitzeuge ist Paul Aron Sandfort geladen, der in Theresienstadt als junger Trompeter in Hans Krásas Kinderoper Brundibár mitwirkte und heute als Musikwissenschaftler und Komponist in Dänemark lebt.
Werke von Karel Berman:
"Poupata" ("Knospen"). Liederzyklus für Bass und Klavier, komponiert 1944 in Theresienstadt
"Reminiscences". Suite für Klavier solo (1938-1945)
Interpreten: Jörg Schneider, Bass-Bariton; Johanne von Harsdorf, Klavier
Paul Aron Sandfort im Gespräch mit Gottfried Eberle.
(62) 13. Mai 2004 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Ein zu Unrecht vergessener Komponist? Werke des Dirigenten Oskar Fried (1871-1941)
Oskar Fried gilt bis heute als legendärer Dirigent, dessen Einspielungen aus den 20er und 30er Jahren als CDs veröffentlicht sind und seinen Rang dokumentieren. Nahezu vergessen ist indes der Komponist Oskar Fried, der mit seinen oft großformatigen Werken bis zum 1. Weltkrieg beachtliche Erfolge verbuchte, so dass man sogar von einem spezifischen Fried-Stil sprach.
Soweit in einem Kammerkonzert möglich, will der Abend einen vielfältigen Eindruck geben von Frieds Kunst, die sich vor allem auf dem Gebiet der Vokalmusik entfaltet. Auch das seltene Genre des Melodrams hat er gepflegt.
Ausschnitte aus:
"Das trunkene Lied" op. 11 für Mezzosopran, Bariton, Chor und Orchester
"Verklärte Nacht" op. 9 für Mezzosopran, Tenor und Orchester
"Die Auswanderer" für Sprecher und Orchester
Lieder und Duette:
"Frühlingsgedränge"
"Die Sonne sinkt"
"Der Tod krönt die Unschuld"
"Lieben", "Wiegenlied"
"Herr und Herrin"
"Heiterkeit, güldene, komm!"
Interpreten: Regine Gebhardt, Mezzosopran; Markus Ahme, Tenor; Tobias Müller-Kopp, Bariton; Daniel Morgenroth, Rezitation; Holger Groschopp, Klavier
Moderation: Jens Schubbe und Stefan Lang.
(61) 4. März 2004 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Exil in Brasilien - Der Pianist und Komponist Henry Jolles (1902-1965)
Mit Henry Jolles setzt musica reanimata ihre Beschäftigung mit dem brasilianischen Exil fort. Der gebürtige Berliner war Klavierschüler von Artur Schnabel und Edwin Fischer und studierte Komposition u.a. bei Kurt Weill. Neben seiner ausgedehnten Konzerttätigkeit bekleidete er bald Positionen als Lehrer in Berlin und Köln. Das NS-Regime zwang ihn zur Emigration, die ihn 1933 nach Paris und 1940 nach Brasilien führte, wo er eine breit gefächerte Tätigkeit als Pianist und Komponist entfaltete.
Schumanniana für Klavier (1956)
Inicio da Cantata Numero 170 (nach J.S. Bach)
Ultimo poema (Stefan Zweig)
Pequeno Notturno (nach einem Thema von Chopin)
Zwei Schubert-Fragmente, ergänzt von H. Jolles
Interpreten: Claudia Neubert, Sopran; Uri Rom, Klavier; Henry Jolles in Einspielungen
Referenten: Gabriele Stiller-Kern und Dirk Moeller.
(60) 12. Februar 2004 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Zwischen Jazz und Zwölftonmusk - Das vielfältige Wirken des Mátyás Seiber
Wie in einem Prisma versammeln sich im Schaffen des Ungarn Mátyás Seiber alle Facetten der Musik des 20. Jahrhunderts. Selbstverständlich fast, dass er von Kodaly (seinem Lehrer) und Bartök stilistisch seinen Ausgang nimmt Mit seiner Übersiedlung nach Deutschland in den zwanziger Jahren weitet sich sein Horizont immens. Er ist einerseits angezogen von Schönbergs Zwölftontechnik, andererseits vom Jazz (er regt am Hochschen Konservatorium in Frankfurt/Main eine Jazzklasse an, deren Leitung er fibernimmt). Beides verbindet sich in seinem 2. Streichquartett, das an diesem Abend gespielt werden wird.
Derlei aber galt den Nazis als "entartet". Seiber emigrierte 1935 nach London, wo er eine breit gefacherte Tätigkeit als Filmkomponist, Musik-Organisator und Lehrer entfaltete. Florian Scheding, der an einer Dissertation über Seiber arbeitet, wird einen Eindruck von dieser Fülle vermitteln.
Vier ungarische Volkslieder für zwei Violinen
Streichquartett Nr.1
Intermezzo aus dem 2. Streichquartett
Interpreten: Irina Kolpakova und Dmitrij Feinschmidt, Violinen; Andrey Makiy, Viola; Sebastian Selke, Violoncello
Referent: Florian Scheding im Gespräch mit Gottfried Eberle.
2003
(59) 27. November 2003 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Verfemte Operette. Das Schicksal Emmerich Kálmáns und seines Verlages
Vier Lieder aus dem Zyklus "Dalai"
Drei Titel aus "Die Csárdásfürstin"
Drei Titel aus "Die Herzogin von Chicago"
Interpreten: Kathrin Unger, Sopran; Björn Kuhn, Tenor; Uri Rom, Klavier
Jan Rolf Müller und Dr. Stefan Frey im Gespräch mit Albrecht Dümling.
(58) 9. Oktober 2003 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Komponist in Australien. George Dreyfus zum 75. Geburtstag
Trio für Flöte, Klarinette und Fagott (1956)
Galgenlieder (1957). Sieben Gedichte von Christian Morgenstern für Bariton, Flöte, Klarinette, Violine und Fagott
The Adventures of Sebastian the Fox (1963). Suite of eight descriptive pieces with narration. Fassung für Sprecher, Flöte, Klarinette und Fagott
Interpreten: Frank-Georg Jarke, Flöte; Felix Löffler, Klarinette; Alexander Hase, Fagott; Götz Bernau, Violine; Andreas Joksch, Bariton
George Dreyfus im Gespräch mit Albrecht Dümling.
(57) 25. September 2003 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Von Berlin nach Jerusalem - Der dornige Weg des Haim Alexander
Haim Alexander: Orientalische Fantasie für Klaviertrio (Uraufführung)
Michael Wolpe: Trio Nr. 4 The Oud Trio
Arnold Schönberg: Verklärte Nacht in der Bearbeitung für Klaviertrio von Eduard Steuermann
Interpreten: Amber Trio Jerusalem (Lior Kretzer, Klavier; Uri Dror, Violine; Michael Croitoru-Weissmann, Violoncello)
Habakuk Traber im Gespräch mit dem Komponisten.
(56) 15. Mai 2003 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Franz Schreker in Berlin. Ein Portrait in Musik und Dokumenten.
Mit Werken Schrekers und seiner Schüler Ignace Strasfogel, Felix Petyrek und Berthold Goldschmidt.
Klavierarrangements aus Werken Schrekers:
Der Geburtstag der Infantin, Der Schatzgräber, Die Gezeichneten, Irrelohe
Vier Skizzen für den Film (1929/30)
Zwei lyrische Gesänge (1923) aus den "Grashalmen" von Walt Whitman
Felix Petyrek: "Irrelohe-Foxtrott" (1922)
Ignace Strasfogel: Streichquartett (1927)
Berthold Goldschmidt: 4. Streichquartett (1992)
Interpreten: Maacha Deubner, Sopran; Holger Groschopp, Klavier;
Iturriaga Quartett Leipzig
Moderation: Frank Harders-Wuthenow und Jens Schubbe.
(55) 30. März 2003 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Komponistenportrait Alexander Zemlinsky (1871-1942)
Albumblatt für Klavier "Erinnerungen aus Wien" (1895)
Zwei Sätze für Streichquintett (1894-96)
Streichquartett Nr. 3 op. 19 (1924)
"Circes Lied" (1939)
"Maiblumen blühten überall" (1898) für Sopran und Streichsextett
Interpreten: Turid Karlsen, Sopran; Antony Beaumont, Klavier;
Kathrein Allenberg und Gisela Bender, Violine; Karen Lorenz und Jutta Geitmann-Hampe, Viola; Marika Gejrot und Andreas Vetter, Violoncello
Moderation: Antony Beaumont.
(54) 13. Februar 2003 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Erfolg und Verfolgung.
Das Schicksal der Pianistin und Komponistin Ilse Fromm-Michaels (1888-1986)
Langsamer Walzer für Klavier (ca. 1950)
Acht Skizzen op. 5
Variationen über ein eigenes Thema op. 8
Passacaglia op. 16
Stimmungen eines Fauns op. 11 für Klarinette solo
Babette Dorn, Klavier und Moderation; Dirk Benkwitz, Klarinette
2002
(53) 21. November 2002 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Exil in Nizza. Das Schicksal des Komponisten Joseph Beer (1908-1987)
Ausschnitte aus den Operetten "Polnische Hochzeit", "Stradella", "Mitternachtssonne" und "La Polonaise"
Interpreten: Beatrice Beer, Sopran; Uri Rom, Klavier
Hanna Beer, die Witwe des Komponisten, im Gespräch mit Habakuk Traber.
(52) 24. Oktober 2002 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Innere Emigration im Jahr 1944 - Walter Braunfels und seine Kammermusik
Streichquartett Nr. 1 F-Dur op. 61
1. Satz aus dem Streichquintett fis-Moll op. 63
Interpreten: Dagan-Quartett (Matan Dagan, Anne Kathrin Meier, Martin von der Nahmer, Verena Obermayer)
Stefan Heinemeyer, 2. Violoncello
Prof. Michael Braunfels im Gespräch mit Albrecht Dümling.
(51) 20. Juni 2002 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Erwin Schulhoff (1894-1942) - Unterhaltung am Klavier - Walzer, Märsche, Modetänze
Neun kleine Reigen op. 13
Tempo di Tango
A Musical Flip - Happy Hours - Butterflies (DE)
Sherri Jones, Klavier
Albrecht Riethmüller, Moderation.
(50) 25. April 2002 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Jüdische Symphonie im holländischen Versteck.
Das Schicksal des Musikers Wilhelm Rettich (1892-1988)
Sechs Lieder für eine Frauenstimme und Klavier op. 2
Drei Lieder für eine Singstimme, Klavier und obligate Flöte op. 8
Dagny - Letzte Morgensterne. Lieder für hohe Stimme und Klavier op. 177 nach Gedichten von Christian Morgenstern (Nr. 1-6)
Interpreten: Sabine Bergk, Sopran; Monika Ritter v. Hattingberg, Flöte; Gottfried Eberle, Klavier
Albrecht Dümling im Gespräch mit dem Verleger Egon A. von Preyß.
(49) 28. Februar 2002 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Überleben in finsteren Zeiten. Der Berliner Blacher-Kreis um 1940
Boris Blacher: Zwei Sonatinen für Klavier op. 14 (1940)
Fünf Sinnsprüche Omars des Zeltmachers (1931)
Drei Psalmen für Bariton und Klavier (1943)
Rudolf Wagner-Régeny: Klavierbüchlein 1940
Gottfried von Einem: Vier Klavierstücke op. 3
Interpreten: Peter Schöne, Bariton; Axel Bauni, Klavier
Gerty Blacher im Gespräch mit Albrecht Dümling.
2001
(48) 29. November 2001 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Karl Weigl (1881-1949)
"Es war einmal" aus: 6 Klavierstücke op. 2 (1909)
"Das Rosenband" (Klopstock) in Vertonungen von Schubert, Zemlinsky, Strauss und Weigl
Fünf Lieder:
"Schlummerliedchen" (R. Leander) (ca. 1904)
"Beatrix" (W. Calé) (1908)
"Es goß mein volles Leben" (W. Calé) (1910)
Abendlied (K. Groth) (1918)
"Blaue Nacht" (G. Falke) (vor 1932)
4 Miniaturen für Flöte und Klavier (1942)
Interpreten: Evelyn Chih-Yih Chan, Gesang; Pascal Godart, Klavier; Camilla Hoitenga, Flöte.
Moderation: Michael Haas.
(47) 30. Oktober 2001 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Musik als Widerstandspotential: Hanns Eisler im Exil in Prag und in Hollywood
Elegie 1939
Bettellied (1937)
"Man lebt von einem Tag zu dem anderen". Kantate im Exil Nr.1
"Nein". Kantate im Exil Nr. 2
Lieder aus "Schweyk im zweiten Weltkrieg"
Aus den Anakreontischen Fragmenten (Nr. 1+2)
Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration
Interpreten: Winnie Böwe, Gesang; Uwe Lohse, Klavier
Referenten: Jürgen Schebera und Albrecht Dümling.
Musik in Auschwitz und im Warschauer Ghetto
Drei Veranstaltungen im Curt-Sachs-Saal im Musikinstrumentenmuseum Berlin:
(46) - (44) 19. und 20. Mai 2001 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Curt-Sachs-Saal im Musikinstrumentenmuseum Berlin
+ Musik in Auschwitz und im Warschauer Ghetto
"Das wunderbare Überleben". Władysław Szpilman (1911-2000)
"Das Leben der Maschinen" für Klavier solo (1934) - Uraufführung
Eine Auswahl von Chansons
Interpreten: Günther Herzfeld, Klavier; Katarzyna Stankowska, Gesang; Pawel Perlinski, Klavier
Referenten: Andrzej Szpilman und Habakuk Traber.
"Musik in Auschwitz". Szymon Laks (1901-1983)
Fünf Lieder auf Gedichte von Julian Tuwim
Fünf jiddische Volkslieder
Pogrzeb (Bestattung). Passacaglia für Gesang und Klavier
Portrait de l'oiseau qui n'existe pas
Drei Lieder auf Gedichte von Ludwik Zuk-Skarszewski
Interpreten: Verena Rein, Sopran; Gottfried Eberle, Klavier
Referenten: André Laks und Isabel Herzfeld.
"Ihr sollt die Wahrheit erben".
Die Cellistin Anita Lasker Wallfisch im Gespräch mit Bettina Brand.
Augustin Maurs, Violoncello und Gottfried Eberle, Klavier spielen die Gambensonate BWV 1078 von Bach und die Cellosonate von Szymon Laks
(43) 1. März 2001 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Abseits aller modischen Trends. Wolfgang Jacobi (1894-1972):
"Neoklassiker" aus Überzeugung
Divertissement pour accordéon (1966)
Räuberballade von Pierre, dem roten Coquillard (1931/33)
Sonate für Klavier Nr. 3 (1939)
Sonatine für Klavier (1968)
Die Sonette des Satans für Bariton und Klavier (1946)
Die Toten vom Spoon River für Bariton und Akkordeon (1958)
Referenten: Andreas Ullrich (der Enkel des Komponisten), Barbara Kienscherf und Gottfried Eberle
Interpreten: Martin Hummel, Bariton; Ivan Koval, Akkordeon; Armin Fuchs, Klavier
2000
(42) 30. November 2000 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Musica Viva in Brasilien. Komponist, Lehrer und Anreger: Hans Joachim Koellreutter
Improviso e estudo para flauta solo (1938)
"Musica 1941" für Klavier
Ácronon für Percussion und Klavier (1978/79)
Dietrich Erdmann: Sechs kleine Klavierstücke (1933)
Interpreten: Kornelia Brandkamp, Flöte; Christoph Grahl, Percussion; Sergio Villafranca und Dietrich Erdmann, Klavier
Der Komponist im Gespräch mit Dietrich Erdmann und Albrecht Dümling.
(41) 12. Oktober 2000 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ "Wenn Freud und Leid sich verflechten".
Der Musiker William Hilsley und sein Schicksal als Zivilinternierter im NS-Regime
Fantasie on a Provencal Cristmas Carol für Oboe und Streichquartett
Missa for male voices a cappella (Tonbandeinspielung)
Dance Pieces for Oboe and Viola
Nr. 1 und 3 aus "The Turning World" für zwei Klaviere
Songs for Voice and piano
Interpreten: Blanca Gleisner, Oboe; Renate Kegel und Christian Düring, Violinen; Gor Hovhannissyan, Viola; Andreas Voß, Cello; Johanna Krum, Sopran; Gottfried Eberle und Albrecht Dümling, Klavier
Paul Werner Wagner im Gespräch mit dem Komponisten.
(40) 15. Juni 2000 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Der Jasager und der Neinsager - Kurt Weill und Ernst Krenek im Traumland Amerika
Lieder und Klaviermusik und eine Montage aus Texten der Komponisten.
Eine Montage aus Texten von Weill und Krenek, vorgetragen von Isabel Herzfeld und Albrecht Dümling
Werke von Weill und von Krenek, u.a. "The Ballad of the Railroads"
Interpreten: Stefanie Wüst und Verena Rein, Sopran; Reinhard Schmiedel, Klavier; Reinhold Wolf, Gesang und Violine
(39) 6. April 2000 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
Der Ghetto-Swinger - Der Jazzmusiker Coco Schumann in Theresienstadt und Auschwitz
(38) 29. Februar 2000 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Konzerthauses am Gendarmenmarkt
+ Jüdin aus Berlin im US-Exil - Das Schicksal der Komponistin Ursula Mamlok
Daybreak (1944)
Grashoppers. Sechs Humoresken für Klavier (1957)
Four German Songs (nach Hesse)
Panta Rhei für Violine, Violoncello und Klavier (1981)
Polarities für Flöte, Violine, Violoncello und Klavier (1995)
Interpreten: Verena Rein, Sopran; Udo Agnesens Klavier; Mitglieder des Modern Art Sextet
Gottfried Eberle im Gespräch mit der Komponistin.
1999
(37) 2. Dezember 1999 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Das Schicksal des niederländischen Komponisten Leo Smit (1900-1943)
"Forlane" aus der Suite für Klavier (1926)
Sonate für Flöte und Klavier (1939-43)
"Deux Hommages" für Klavier (1928)
Trio für Klarinette, Bratsche und Klavier (1938)
Interpreten: Arthur Hipp, Klavier; Bernhard Nusser, Klarinette; Wolfgang Siggemann, Flöte; Leo Klepper, Viola
Referent: Habakuk Traber
(36) 7. Oktober 1999 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ "Wie eine Windesharfe sei deine Seele".
Lieder und Kammermusik des Berliner Komponisten Robert Kahn (1894-1951)
Eine Auswahl von Liedern, Kammermusik und Klavierwerken
Interpreten: David Greiner, Countertenor; Rahel Maria Rilling, Violine; Sara Maria Rilling, Viola; Gottfried Greiner, Violoncello; Heiko Holtmeier, Klavier
Referent: Steffen Fahl
(35) 17. Juni 1999 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Zwei Komponisten im KZ Theresienstadt. Zum 100. Geburtstag von Hans Krása und Pavel Haas
Haas: Streichquartett Nr. 2 op. 7 "Aus den Affenbergen"
Krása:
Sreichquartett op. 2 (1923)
Thema und Variationen für Streichquartett (1935)
Interpreten: Rimskij-Korsakow-Streichquartett St. Petersburg
Dr. Pavel Eckstein im Gespräch mit Dr. Hans-Günter Klein.
(34) 6. Mai 1999 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Die "Neue Jüdische Schule" in Rußland 1910-1930
Werke von Joseph Achron, Alexander Krein und Alexander Weprik.
Joseph Achron (1886-1943):
Sechs Stücke aus der "Kindersuite" op. 57
Symphonische Variationen über ein jüdisches Thema op. 39
Alexander Krein (1883-1951): Suite dansée (1928)
Alexander Weprik (1899-1958): Drei Volkstänze op. 13b; Sonate Nr. 2 op. 5
Jascha Nemtsov, Klavier
Beate Schröder-Nauenburg, Moderation
(33) 11. März 1999 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ "Könige der leichten Muse"
Mischa Spoliansky und Paul Abraham - zwei unterschiedliche Emigrantenschicksale
Interpreten: Susanne Serfling und Dagmar Hoffmann, Gesang
Gottfried Eberle, Klavier und Moderation
1998
(32) 10. Dezember 1998 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Verfemte Schüler Franz Schrekers und ihre Klaviermusik
Berthold Goldschmidt: Variationen über eine palästinensische Hirtenweise (1934)
Herbert Fromm: Sonata, based on a sephardic Hymn (1978)
Ignace Strasfogel: 1. Scherzo (1924)
Karol Rathaus: 1. Sonate c-moll op. 2 (1920)
Kolja Lessing, Klavier und Moderation
31.10. / 01.11. Oktober
"Lebe im Augenblick, lebe in der Ewigkeit"
Symposion und Kammerkonzert (06.11., in Zusammenarbeit mit dem DSO)
zum 100. Geburtstag von Viktor Ullmann.
Der Symposionsbericht ist veröffentlicht als Band 16 der Schriftenreihe "Verdrängte Musik" [Buchreihe »]
(31) 22. Oktober 1998 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Berlin - Buchenwald - London
Der Weg des Komponisten und Sängers Max Kowalski (1882-1956)
Drei Lieder aus op. 3
Vier Lieder auf alte Gedichte aus op. 10
"Enzianblüte" aus den Fünf Gedichten op. 14 nach Hesse
Aus den 12 Gedichten aus "Pierrot lunaire" von Albert Giraud, op. 4
Andante für Klavier op. 6 Nr. 1
Interpreten: Johanna Krum, Sopran; Gottfried Eberle, Klavier
Gottfried Eberle im Gespräch mit dem Zeitzeugen Alfred Goodman
(30) 27. August 1998 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ "Zwischen Bauhaus, Saarkampf und Musique concrète"
Gesprächskonzert zu Imre Weisshaus alias Paul Arma
Suite paysanne hongroise (Bearb. nach Bartók)
Six pieces for Solo Voice
Sonatine für Flöte solo
Zwei Sätze für Klarinette (oder Trautonium)
Trois Epitaphes pour piano
Interpreten: Monika Ritter-von Hattingberg, Flöte; Rainer Vogt, Klarinette; Sun Komarova, Mezzosopran
Referent: Tobias Widmaier
(29) 18. Juni 1998 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Gesprächskonzert zu Erich Itor Kahn mit Juan Allende-Blin
Sechs kleine Bagatellen für Klavier
Concerto a due für Violine und Klavier
Fünf Bagatellen für Klavier
Interpreten: Thomas Günther, Klavier; Johannes Prelle, Violine
Referent: Juan Allende-Blin
(28) 4. April 1998 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Israel - Schmelztiegel der Musikkulturen
Die Komponisten Tzvi Avni und Habib Hassan Touma im Gespräch mit Habakuk Traber
Touma: Taqsim für Klavier
Avni: Live under a different sun - Fünf Lieder für Sopran, Flöte, Violine und Violoncello
Werke von Ödon Partos und Paul Ben-Haim
Interpreten: Ulrike Stöve, Sopran; Corinna Jakobi, Violine; Carlos Solare, Viola; Klaus Schöpp, Flöte; Matias de Oliveira Pinto, Violoncello; Cecilia Pillado, Klavier
(27) 5. Februar 1998 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ "Ein Igel tanzt Bugatti-Step".
Das Schicksal des Prager Komponisten Jaroslav Ježek (1906-1942)
Sonatine für Klavier,
Sonate für Violine und Klavier
Sieben Bagatellen für Klavier
Kalender für Sopran und Klavier
Bugatti-Step für Klavier
Interpreten: Ksenia Lukić, Sopran; Holm Birkholz, Violine; Jonathan Alder, Klavier
Referent: Walter Labhart-Kieser
1997
(26) 27. November 1997 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Anonymus des 20. Jahrhunderts - Louis Saguer, Komponist zwischen allen Stühlen
Drei Lieder nach Texten von Rainer Maria Rilke
Schegge e Stralci (7 esercizi per pianoforte)
Deux Essais pour violoncelle et pianoforte
Interpreten: Ulrike Stöve, Sopran; Holger Groschopp, Klavier; Matias de Oliveira Pinto, Violoncello
Referent: Dr. Konrad Böhmer
(25) 28. August 1997 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Auf dem langen Heimweg nach Wien. Philip Herschkowitz (1906-1989), Komponist und Musiktheoretiker
Vier Stücke für Violoncello und Klavier (1968)
Vesennie zvety (Frühlingsblumen) für Klavier (1947)
Klavierstücke aus den 60er Jahren
Drei Stücke für Violoncello und Klavier (70er Jahre)
Interpreten: Gregory Johns, Violoncello; Alfred Pollmann, Klavier
Referent: Klaus Linder
(24) 28. August 1997 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Der Musik der Völker auf der Spur
Hans Helfritz Komponist und Musikethnograph (1902-1995)
Einzelne Sätze und Stücke aus verschiedenen Werken:
"Lieder der Neger" für Stimme und Harfe
Klavierstücke:
"Musik für den tänzerischen Unterricht" für Klavier,
"Drei Legenden" für Klavier und Violoncello
Trio für Klavier, Klarinette und Violoncello
Interpreten: Regine Gebhardt, Mezzosopran; Vida Izadi, Harfe; Siegfried Schubert-Weber, Klavier; Reinhard Schönemann, Klarinette; Cristoforo Pestalozzi, Violoncello
Referent: Jean-Claude Kuner
(23) 23. Juni 1997 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Erziehung zur Menschlichkeit - Der Musikpädagoge Leo Kestenberg in Berlin und Tel Aviv
Referentin: Dr. Barbara von der Lühe
Gabriele Kupfernagel, Klavier
Werke von Bach, Busoni und Liszt
(22) 23. April 1997 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Zwischen den Fronten - Der Komponist Günter Raphael im NS-Staat
Symphonische Phantasie für Violine und Klavier op. 59
Drei geistliche Lieder (1938)
Sonate für Solo-Fagott op. 46,9
Sonatine für Klarinette und Klavier op. 65,3
Interpreten: Christine Raphael, Violine; Regine Gebhardt, Mezzosopran; George Dreyfus, Fagott, Rainer Vogt, Klarinette; Alexander Meyer von Bremen und Gottfried Eberle, Klavier
Referent: Thomas Schinköth
1996
22. November 1996
Konzert des Rundfunk-Sinfonie-Orchesters Berlin in Verbindung mit den Jüdischen Kulturtagen.
(21) 24. Oktober 1996 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Der russische Futurist Artur Lourié (1892-1966)
Drei Lieder aus "Rosenkranz" nach A. Achmatowa
"Drei erotische Fragmente" nach Texten von Sappho
"Formes en l'air" für Klavier
Salve Regina für Sopran und Klavier
"Piano Gosse" für Klavier
Quatre Pièces pour piano
"Beschwörungen" für Sopran und Klavier nach A. Achmatowa
Interpreten: Regine Gebhardt, Sopran; Jascha Nemtsov und Gottfried Eberle, Klavier
Gesprächskonzert mit Dr. Gottfried Eberle und Jascha Nemtsov
(20) 13. Juni 1996 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Wegbereiter der polnischen Avantgarde: Józef Koffler (1896-1943)
Quatre Poèmes op. 22 für Gesang und Klavier
Aus "Polnische Volkslieder" für Klavier op. 6
Sonatine für Klavier op. 12
Capriccio für Violine und Klavier op. 18
außerdem Werke von Schönberg, Berg, Webern und Szymanowski
Interpreten: Elzbieta Sternlicht, Klavier; Elisabeth Fischer, Gesang; Tomasz Tomaszewski, Violine
Gesprächskonzert mit Elzbieta Sternlicht und Maciej Golab
3.- 5. Mai 1996
Kolloquium "Deutschsprachiges Musiker-Exil in Australien" im Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik
Der Kolloqiumsbericht ist veröffentlicht als Band 17 der Schriftenreihe "Verdrängte Musik" [Buchreihe »]
(19) 31. März 1996 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Der Schreker-Schüler Ignaz Strasfogel
Gesprächskonzert mit Kolja Lessing
Prélude, Elegie und Rondo für Gitarre (ca. 1940)
Rondo (Variations) für Klavier (1988/98)
Dear Men and Women für Bariton und Klavier (1985)
Klaviersonate Nr. 2 (1926, Mendelssohn-Preis)
Interpreten: Martin Bruns, Bariton; Kolja Lessing, Klavier; Volker Höh, Gitarre
(18) 25. Jan. 1996 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Komponisten-Porträt Erich Walter Sternberg
Gesprächskonzert mit Habakuk Traber
Interpreten: Bernhard Gross, Klavier; Regine Gebhard, Sopran; Habakuk Traber, Klavier
1995
(17) 30. Nov. 1995 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ René Leibowitz, ein vernachlässigter Pionier der Avantgarde
Gesprächskonzert mit Sabine Meine (Hannover)
R. Leibowitz:
Trois pièces op. 19 (1949-50)
Tre Intermezzi op. 64 (1965)
Vier Bagatellen für Posaune und Klavier op. 61 (1963) (in Erinnerung an Tristan Tzara)
Petite Suite op. 75 (1966)
Interpreten: Jan Marc Reichow, Klavier; Uwe Dierksen, Posaune (Ensemble Modern)
04. / 05.11.1995
"...Es wird der Tod zum Dichter"
Kolloquium zur Oper "Der Kaiser von Atlantis" von Viktor Ullmann
Der Kolloquiumsbericht ist veröffentlicht als Band 14 der Schriftenreihe "Verdrängte Musik" [Buchreihe »]
(16) 21. Sept. 1995 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Alfred Goodman - ein kompromissloses Leben
Zum 75. Geburtstag des Komponisten
Im Gespräch mit Dr. Albrecht Dümling und Reinhard Schmiedel
Three Meditations on Israel (1966) für Klavier
Duo für Altsaxophon und Cembalo (1968)
Checking In, Impressions in Word and Music (1977/79)
Fünf Skizzen für 20 Finger (1992)
Interpreten: Reinhard Schmiedel (Weimar), Klavier u. Cembalo; Larissa Kondratjewa, Klavier; Ksenja Lukic, Sopran; Bernd Brückner, Saxophon
(15) 1. Juni 1995 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Karol Rathaus. Zur schöpferischen Differenz zwischen Europa und Exil
(Zum 100. Geburtstag am 16. September 1995)
Sechs kleine Klavierstücke op. 11,
Zwei Stücke aus dem Ballett "Der letzte Pierrot" op. 19b für Klavier
Vier Chansons aus dem Film "Die Koffer des Herrn O.F." (Texte: Erich Kästner)
Rhapsodia Notturna op. 66
Interpreten: Christof Hahn, Klavier; Carola Krautz, Gesang: Angela Frischbier, Violoncello
Referent: Martin Schüssler
(14) 19. April 1995 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Zur Erinnerung an die Häftlinge von Sachsenhausen
Todesmarsch-Zyklus 1
Eberhardt Schmidt, Sachsenhausen-Häftling ab 1941, berichtet von Musikerfahrungen im Todeslager. Moderation Dr. Albrecht Dümling.
Mit Werken von Antonin Dvorak, Eberhardt Schmidt, Franz Schubert und Hanning Schröder (Musik für vier Instrumente in memoriam: Lied der Moorsoldaten)
Interpreten: Alexander Zeiher, 1. Violine; Katrin Steden, 2. Violine; Annette Klein, Viola; Henning Harms, Violoncello
Eine Veranstaltung von "musica reanimata" in Verbindung mit der Gedenkstätte Sachsenhausen. Weitere Stationen: Sachsenhausen (21.4.), Wittstock (12.5.), Neuruppin (12.5.) und Schwerin (13.5.)
(13) 16. März 1995 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Ortswechsel: Vom Orchester des Jüdischen Kulturbundes Berlin zum Südamerika-Exil
Der Klarinettist Horst Prentki (Montevideo) berichtet aus seinen Erfahrungen als Musiker im Exil
Horst Prentki (Montevideo) im Gespräch mit Albrecht Dümling
Johann Baptist Vanhal, Sonate
Carl Maria von Weber, Variationen über ein Thema aus "Silvana"
Prentki, Coro Para für Klarinette solo
Darius Milhaud, Duo Concertante (1956)
Benny Goodman, Improvisation über ein Thema von Paganini
Interpreten: Horst Prentki, Klarinette; Gottfried Eberle, Klavier
(12) 19. Jan. 1995 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Max Brand - der weite Weg eines fast vergessenen Komponisten
Max Brand: Tonaufnahmen aus "Der Maschinist Hopkins" und unbekannten Exilwerken
Prof. Dr. Gösta Neuwirth (Berlin) im Gespräch mit Dr. Christian Scheib (Wien)
+
1994 - 1990
(37) 2. Dezember 1999 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Das Schicksal des niederländischen Komponisten Leo Smit (1900-1943)
"Forlane" aus der Suite für Klavier (1926)
Sonate für Flöte und Klavier (1939-43)
"Deux Hommages" für Klavier (1928)
Trio für Klarinette, Bratsche und Klavier (1938)
Interpreten: Arthur Hipp, Klavier; Bernhard Nusser, Klarinette; Wolfgang Siggemann, Flöte; Leo Klepper, Viola
Referent: Habakuk Traber
(36) 7. Oktober 1999 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ "Wie eine Windesharfe sei deine Seele".
Lieder und Kammermusik des Berliner Komponisten Robert Kahn (1894-1951)
Eine Auswahl von Liedern, Kammermusik und Klavierwerken
Interpreten: David Greiner, Countertenor; Rahel Maria Rilling, Violine; Sara Maria Rilling, Viola; Gottfried Greiner, Violoncello; Heiko Holtmeier, Klavier
Referent: Steffen Fahl
(35) 17. Juni 1999 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Zwei Komponisten im KZ Theresienstadt. Zum 100. Geburtstag von Hans Krása und Pavel Haas
Haas: Streichquartett Nr. 2 op. 7 "Aus den Affenbergen"
Krása:
Sreichquartett op. 2 (1923)
Thema und Variationen für Streichquartett (1935)
Interpreten: Rimskij-Korsakow-Streichquartett St. Petersburg
Dr. Pavel Eckstein im Gespräch mit Dr. Hans-Günter Klein.
(34) 6. Mai 1999 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Die "Neue Jüdische Schule" in Rußland 1910-1930
Werke von Joseph Achron, Alexander Krein und Alexander Weprik.
Joseph Achron (1886-1943):
Sechs Stücke aus der "Kindersuite" op. 57
Symphonische Variationen über ein jüdisches Thema op. 39
Alexander Krein (1883-1951): Suite dansée (1928)
Alexander Weprik (1899-1958): Drei Volkstänze op. 13b; Sonate Nr. 2 op. 5
Jascha Nemtsov, Klavier
Beate Schröder-Nauenburg, Moderation
(33) 11. März 1999 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ "Könige der leichten Muse"
Mischa Spoliansky und Paul Abraham - zwei unterschiedliche Emigrantenschicksale
Interpreten: Susanne Serfling und Dagmar Hoffmann, Gesang
Gottfried Eberle, Klavier und Moderation
1998
(32) 10. Dezember 1998 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Verfemte Schüler Franz Schrekers und ihre Klaviermusik
Berthold Goldschmidt: Variationen über eine palästinensische Hirtenweise (1934)
Herbert Fromm: Sonata, based on a sephardic Hymn (1978)
Ignace Strasfogel: 1. Scherzo (1924)
Karol Rathaus: 1. Sonate c-moll op. 2 (1920)
Kolja Lessing, Klavier und Moderation
31.10. / 01.11. Oktober
"Lebe im Augenblick, lebe in der Ewigkeit"
Symposion und Kammerkonzert (06.11., in Zusammenarbeit mit dem DSO)
zum 100. Geburtstag von Viktor Ullmann.
Der Symposionsbericht ist veröffentlicht als Band 16 der Schriftenreihe "Verdrängte Musik" [Buchreihe »]
(31) 22. Oktober 1998 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Berlin - Buchenwald - London
Der Weg des Komponisten und Sängers Max Kowalski (1882-1956)
Drei Lieder aus op. 3
Vier Lieder auf alte Gedichte aus op. 10
"Enzianblüte" aus den Fünf Gedichten op. 14 nach Hesse
Aus den 12 Gedichten aus "Pierrot lunaire" von Albert Giraud, op. 4
Andante für Klavier op. 6 Nr. 1
Interpreten: Johanna Krum, Sopran; Gottfried Eberle, Klavier
Gottfried Eberle im Gespräch mit dem Zeitzeugen Alfred Goodman
(30) 27. August 1998 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ "Zwischen Bauhaus, Saarkampf und Musique concrète"
Gesprächskonzert zu Imre Weisshaus alias Paul Arma
Suite paysanne hongroise (Bearb. nach Bartók)
Six pieces for Solo Voice
Sonatine für Flöte solo
Zwei Sätze für Klarinette (oder Trautonium)
Trois Epitaphes pour piano
Interpreten: Monika Ritter-von Hattingberg, Flöte; Rainer Vogt, Klarinette; Sun Komarova, Mezzosopran
Referent: Tobias Widmaier
(29) 18. Juni 1998 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Gesprächskonzert zu Erich Itor Kahn mit Juan Allende-Blin
Sechs kleine Bagatellen für Klavier
Concerto a due für Violine und Klavier
Fünf Bagatellen für Klavier
Interpreten: Thomas Günther, Klavier; Johannes Prelle, Violine
Referent: Juan Allende-Blin
(28) 4. April 1998 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Israel - Schmelztiegel der Musikkulturen
Die Komponisten Tzvi Avni und Habib Hassan Touma im Gespräch mit Habakuk Traber
Touma: Taqsim für Klavier
Avni: Live under a different sun - Fünf Lieder für Sopran, Flöte, Violine und Violoncello
Werke von Ödon Partos und Paul Ben-Haim
Interpreten: Ulrike Stöve, Sopran; Corinna Jakobi, Violine; Carlos Solare, Viola; Klaus Schöpp, Flöte; Matias de Oliveira Pinto, Violoncello; Cecilia Pillado, Klavier
(27) 5. Februar 1998 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ "Ein Igel tanzt Bugatti-Step".
Das Schicksal des Prager Komponisten Jaroslav Ježek (1906-1942)
Sonatine für Klavier,
Sonate für Violine und Klavier
Sieben Bagatellen für Klavier
Kalender für Sopran und Klavier
Bugatti-Step für Klavier
Interpreten: Ksenia Lukić, Sopran; Holm Birkholz, Violine; Jonathan Alder, Klavier
Referent: Walter Labhart-Kieser
1997
(26) 27. November 1997 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Anonymus des 20. Jahrhunderts - Louis Saguer, Komponist zwischen allen Stühlen
Drei Lieder nach Texten von Rainer Maria Rilke
Schegge e Stralci (7 esercizi per pianoforte)
Deux Essais pour violoncelle et pianoforte
Interpreten: Ulrike Stöve, Sopran; Holger Groschopp, Klavier; Matias de Oliveira Pinto, Violoncello
Referent: Dr. Konrad Böhmer
(25) 28. August 1997 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Auf dem langen Heimweg nach Wien. Philip Herschkowitz (1906-1989), Komponist und Musiktheoretiker
Vier Stücke für Violoncello und Klavier (1968)
Vesennie zvety (Frühlingsblumen) für Klavier (1947)
Klavierstücke aus den 60er Jahren
Drei Stücke für Violoncello und Klavier (70er Jahre)
Interpreten: Gregory Johns, Violoncello; Alfred Pollmann, Klavier
Referent: Klaus Linder
(24) 28. August 1997 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Der Musik der Völker auf der Spur
Hans Helfritz Komponist und Musikethnograph (1902-1995)
Einzelne Sätze und Stücke aus verschiedenen Werken:
"Lieder der Neger" für Stimme und Harfe
Klavierstücke:
"Musik für den tänzerischen Unterricht" für Klavier,
"Drei Legenden" für Klavier und Violoncello
Trio für Klavier, Klarinette und Violoncello
Interpreten: Regine Gebhardt, Mezzosopran; Vida Izadi, Harfe; Siegfried Schubert-Weber, Klavier; Reinhard Schönemann, Klarinette; Cristoforo Pestalozzi, Violoncello
Referent: Jean-Claude Kuner
(23) 23. Juni 1997 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Erziehung zur Menschlichkeit - Der Musikpädagoge Leo Kestenberg in Berlin und Tel Aviv
Referentin: Dr. Barbara von der Lühe
Gabriele Kupfernagel, Klavier
Werke von Bach, Busoni und Liszt
(22) 23. April 1997 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Zwischen den Fronten - Der Komponist Günter Raphael im NS-Staat
Symphonische Phantasie für Violine und Klavier op. 59
Drei geistliche Lieder (1938)
Sonate für Solo-Fagott op. 46,9
Sonatine für Klarinette und Klavier op. 65,3
Interpreten: Christine Raphael, Violine; Regine Gebhardt, Mezzosopran; George Dreyfus, Fagott, Rainer Vogt, Klarinette; Alexander Meyer von Bremen und Gottfried Eberle, Klavier
Referent: Thomas Schinköth
1996
22. November 1996
Konzert des Rundfunk-Sinfonie-Orchesters Berlin in Verbindung mit den Jüdischen Kulturtagen.
(21) 24. Oktober 1996 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Der russische Futurist Artur Lourié (1892-1966)
Drei Lieder aus "Rosenkranz" nach A. Achmatowa
"Drei erotische Fragmente" nach Texten von Sappho
"Formes en l'air" für Klavier
Salve Regina für Sopran und Klavier
"Piano Gosse" für Klavier
Quatre Pièces pour piano
"Beschwörungen" für Sopran und Klavier nach A. Achmatowa
Interpreten: Regine Gebhardt, Sopran; Jascha Nemtsov und Gottfried Eberle, Klavier
Gesprächskonzert mit Dr. Gottfried Eberle und Jascha Nemtsov
(20) 13. Juni 1996 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Wegbereiter der polnischen Avantgarde: Józef Koffler (1896-1943)
Quatre Poèmes op. 22 für Gesang und Klavier
Aus "Polnische Volkslieder" für Klavier op. 6
Sonatine für Klavier op. 12
Capriccio für Violine und Klavier op. 18
außerdem Werke von Schönberg, Berg, Webern und Szymanowski
Interpreten: Elzbieta Sternlicht, Klavier; Elisabeth Fischer, Gesang; Tomasz Tomaszewski, Violine
Gesprächskonzert mit Elzbieta Sternlicht und Maciej Golab
3.- 5. Mai 1996
Kolloquium "Deutschsprachiges Musiker-Exil in Australien" im Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik
Der Kolloqiumsbericht ist veröffentlicht als Band 17 der Schriftenreihe "Verdrängte Musik" [Buchreihe »]
(19) 31. März 1996 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Der Schreker-Schüler Ignaz Strasfogel
Gesprächskonzert mit Kolja Lessing
Prélude, Elegie und Rondo für Gitarre (ca. 1940)
Rondo (Variations) für Klavier (1988/98)
Dear Men and Women für Bariton und Klavier (1985)
Klaviersonate Nr. 2 (1926, Mendelssohn-Preis)
Interpreten: Martin Bruns, Bariton; Kolja Lessing, Klavier; Volker Höh, Gitarre
(18) 25. Jan. 1996 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Komponisten-Porträt Erich Walter Sternberg
Gesprächskonzert mit Habakuk Traber
Interpreten: Bernhard Gross, Klavier; Regine Gebhard, Sopran; Habakuk Traber, Klavier
1995
(17) 30. Nov. 1995 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ René Leibowitz, ein vernachlässigter Pionier der Avantgarde
Gesprächskonzert mit Sabine Meine (Hannover)
R. Leibowitz:
Trois pièces op. 19 (1949-50)
Tre Intermezzi op. 64 (1965)
Vier Bagatellen für Posaune und Klavier op. 61 (1963) (in Erinnerung an Tristan Tzara)
Petite Suite op. 75 (1966)
Interpreten: Jan Marc Reichow, Klavier; Uwe Dierksen, Posaune (Ensemble Modern)
04. / 05.11.1995
"...Es wird der Tod zum Dichter"
Kolloquium zur Oper "Der Kaiser von Atlantis" von Viktor Ullmann
Der Kolloquiumsbericht ist veröffentlicht als Band 14 der Schriftenreihe "Verdrängte Musik" [Buchreihe »]
(16) 21. Sept. 1995 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Alfred Goodman - ein kompromissloses Leben
Zum 75. Geburtstag des Komponisten
Im Gespräch mit Dr. Albrecht Dümling und Reinhard Schmiedel
Three Meditations on Israel (1966) für Klavier
Duo für Altsaxophon und Cembalo (1968)
Checking In, Impressions in Word and Music (1977/79)
Fünf Skizzen für 20 Finger (1992)
Interpreten: Reinhard Schmiedel (Weimar), Klavier u. Cembalo; Larissa Kondratjewa, Klavier; Ksenja Lukic, Sopran; Bernd Brückner, Saxophon
(15) 1. Juni 1995 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Karol Rathaus. Zur schöpferischen Differenz zwischen Europa und Exil
(Zum 100. Geburtstag am 16. September 1995)
Sechs kleine Klavierstücke op. 11,
Zwei Stücke aus dem Ballett "Der letzte Pierrot" op. 19b für Klavier
Vier Chansons aus dem Film "Die Koffer des Herrn O.F." (Texte: Erich Kästner)
Rhapsodia Notturna op. 66
Interpreten: Christof Hahn, Klavier; Carola Krautz, Gesang: Angela Frischbier, Violoncello
Referent: Martin Schüssler
(14) 19. April 1995 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Zur Erinnerung an die Häftlinge von Sachsenhausen
Todesmarsch-Zyklus 1
Eberhardt Schmidt, Sachsenhausen-Häftling ab 1941, berichtet von Musikerfahrungen im Todeslager. Moderation Dr. Albrecht Dümling.
Mit Werken von Antonin Dvorak, Eberhardt Schmidt, Franz Schubert und Hanning Schröder (Musik für vier Instrumente in memoriam: Lied der Moorsoldaten)
Interpreten: Alexander Zeiher, 1. Violine; Katrin Steden, 2. Violine; Annette Klein, Viola; Henning Harms, Violoncello
Eine Veranstaltung von "musica reanimata" in Verbindung mit der Gedenkstätte Sachsenhausen. Weitere Stationen: Sachsenhausen (21.4.), Wittstock (12.5.), Neuruppin (12.5.) und Schwerin (13.5.)
(13) 16. März 1995 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Ortswechsel: Vom Orchester des Jüdischen Kulturbundes Berlin zum Südamerika-Exil
Der Klarinettist Horst Prentki (Montevideo) berichtet aus seinen Erfahrungen als Musiker im Exil
Horst Prentki (Montevideo) im Gespräch mit Albrecht Dümling
Johann Baptist Vanhal, Sonate
Carl Maria von Weber, Variationen über ein Thema aus "Silvana"
Prentki, Coro Para für Klarinette solo
Darius Milhaud, Duo Concertante (1956)
Benny Goodman, Improvisation über ein Thema von Paganini
Interpreten: Horst Prentki, Klarinette; Gottfried Eberle, Klavier
(12) 19. Jan. 1995 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Max Brand - der weite Weg eines fast vergessenen Komponisten
Max Brand: Tonaufnahmen aus "Der Maschinist Hopkins" und unbekannten Exilwerken
Prof. Dr. Gösta Neuwirth (Berlin) im Gespräch mit Dr. Christian Scheib (Wien)
1994
(11) 15. Dez. 1994 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Carl Flesch: Geiger, Pädagoge, Theoretiker
Geigenkompositionen nach Ausgaben von C.Flesch
W.A. Mozart: Sonate für Violine und Klavier B-Dur KV 378 (Ausgabe Schnabel/Flesch)
G.F. Händel: Arien (bearbeitet von Carl Flesch)
Interpreten: Bert Greiner, Violine; Prof. Dieter Brauer, Klavier
Dr. Kathinka Rebling im Gespräch mit dem Sohn des vor 50 Jahren verstorbenen Künstlers
(10) 26. Mai 1994 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Persönliche Erinnerungen an das Musikleben im Ghetto Theresienstadt
Mit Thomas Mandl
Viktor Ullmann:
Chinesische Lieder (1943)
Hölderlin-Lieder (1944)
Lieder auf jiddische Texte op. 53 (1944)
Little Cakewalk (1943)
Interpreten: Stephanie Haase, Sopran; Susan Wenckus, Klavier
Hans-Günter Klein im Gespräch mit Thomas Mandl (Meerbusch)
16.04.1994
Pressekonferenz anläßlich der konzertanten Aufführung der Oper "Flammen" von Schulhoff.
(9) 31. April 1994 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Jazz in den Klavierwerken von Erwin Schulhoff (zum 100. Geburtstag des Komponisten)
Erwin Schulhoff: Esquisses de Jazz, Jazz-Etüden, Hot music, Suite dansante en Jazz
Interpretin: Sherri Jones, Klavier
Referent: Prof. Dr. Albrecht Riethmüller (FU Berlin)
(8) 27. Jan. 1994 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Wladimir Vogel - der Weg von Berlin ins schweizerische Exil
Wladimir Vogel:
"Nature vivante. Six Pièces expressionistes pour piano" (1917-21)
"Drei Sprechlieder für tiefe Stimme und Klavier nach August Stramm" (1922)
Artur Louriè: Formes en l'air
Interpreten: Welf-Eckhardt Wiencke, Gottfried Eberle, Klavier
Referent: Walter Labhart (Zürich)
1993
(7) 15. Nov. 1993 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Aufbau einer neuen musikalischen Identität. Als deutscher Emigrant in Australien
mit George Dreyfus/Melbourne
George Dreyfus:
"There is something of Don Quixote in all of us" for Solo Guitar
"Odyssey for a lone bassoon"
Interpreten: Anne Katrin Gerbeth, Gitarre; Joachim Mehner, Fagott
George Dreyfus im Gespräch mit A. Dümling
(6) 17. Sept. 1993 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Das NS-Lagersystem und die Musik
Karl Amadeus Hartmann:
Klaviersonate 27. April 1945
Emil Frantisek Burian:
Zyklus "šber Kinder" (O detech)
"Song von der Kuhle" (KZ Neuengamme)
"Wir Toten klagen an"
Interpreten: Holger Groschopp, Klavier; Markus Köhler, Bariton
Referent: Dr. Eckhard John (Freiburg im Breisgau)
(5) 3. Mai 1993 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Jüdisches Gemeindehaus Berlin
+ Viktor Ullmann - ein Kritiker des Theresienstädter Musiklebens
Viktor Ullmann:
"Lieder der Tröstung" für eine Singstimme und Streichtrio (erste Wiederaufführung seit Theresienstadt 1943/44)
Interpreten: Kimstedt-Trio
Referent: Dr. Ingo Schultz
(4) 28. März 1993 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Clubraum der Akademie der Künste Berlin
+ Eine Zeitzeugin erinnert sich: die Musikwissenschaftlerin Dr. Cornelia Schröder-Auerbach (Jahrgang 1900)
Musik von Hanning Schröder
Essay für Cello solo, Duo für Viola und Flöte
Interpreten: Claude Lelong, Bratsche; Martin-Ulrich Senn, Flöte; Werner Klemme, Violoncello
Einführung: Dr. Gottfried Eberle
(3) 30. Jan. 1993 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Hochschule der Künste Berlin
+ Die Berliner Musikhochschule 1933. Ein Fallbeispiel
Gesprächskonzert zum 60. Jahrestag der Gleichschaltung der Berliner Musikhochschule 1933
Paul Hindemith: Neun englische Lieder (1042-1944)
Interpreten: Ursula Hesse, Mezzosopran; Aglaia Bätzner, Klavier (Klasse Prof. Aribert Reimann)
Referent: Dr. Albrecht Dümling
1992
(2) 7. Dez. 1992 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Clubraum der Akademie der Künste Berlin
+ Lernt Dada! Der Komponist Erwin Schulhoff in Saarbrücken und Berlin
Schulhoff:
Zehn Themen op. 30,
Fünf Pittoresken op. 31 u. Elf Inventionen
Interpret: Dr. Gottfried Eberle, Klavier
Referent: Dr. Tobias Widmaier (Saarbrücken)
07.10.1992
Erwin Schulhoff-Konzert und -Kolloquium an der Musikhochschule Köln.
Der Kolloquiumsbericht ist veröffentlicht als Band 5 der Schriftenreihe "Verdrängte Musik" [Buchreihe »]
30. August 1992
(1) Beginn der mr-Vortragsreihe "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Kirche Zum Heilsbronnen in Berlin-Schöneberg
+ Darius Milhaud. Zwischen Verfolgung und Exil. Zum 100. Geburtstag des Komponisten
D. Milhaud:
Sonate für Orgel
Cinq Prières op. 231 c (1942) für Sopran und Orgel
Reves op. 233 (1942)
Henri Cliquet:
Six petit pièces Madeleine Milhaud für Klavier
Interpreten: Renate Dasch, Sopran; Peter Schwarz, Orgel; Gottfried Eberle, Klavier
Referenten: Dr. Wim de Vries, Amsterdam; Dr. Dieter Krickeberg, Nürnberg; Dr. Albrecht Dümling, Berlin.
Gesprächskonzert über von den Nazis beschlagnahmte und wiederaufgefundene Milhaud-Manuskripte.
27.02.1992
Konzert zur Gedenkveranstaltung des Deutschen Bundestages für die aus ihren Ämtern entfernten jüdischen Abgeordneten des Deutschen Reichstages
1991
zum 24. November 1941 - 1991
Gedenkkonzerte zum ersten Transport nach Theresienstadt in Prag, Berlin und Stuttgart
17. / 18. November 1991
Konzert des Berliner Philharmonischen Orchesters mit einer Komposition aus Theresienstadt, der "Studie für Streichorchester" von Pavel Haas (Ltg.: Simon Rattle)
4. / 5. Mai 1991
Theresienstadt-Kolloquium im Dresdner Zentrum für Zeitgenössische Musik
1990
8. Dezember 1990
Konzert der Stadt Frankfurt/Main in der Alten Oper
8. / 9. Sept. 1990
Gründungs-Konzerte in der Akademie der Künste Berlin
(11) 15. Dez. 1994 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Carl Flesch: Geiger, Pädagoge, Theoretiker
Geigenkompositionen nach Ausgaben von C.Flesch
W.A. Mozart: Sonate für Violine und Klavier B-Dur KV 378 (Ausgabe Schnabel/Flesch)
G.F. Händel: Arien (bearbeitet von Carl Flesch)
Interpreten: Bert Greiner, Violine; Prof. Dieter Brauer, Klavier
Dr. Kathinka Rebling im Gespräch mit dem Sohn des vor 50 Jahren verstorbenen Künstlers
(10) 26. Mai 1994 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Persönliche Erinnerungen an das Musikleben im Ghetto Theresienstadt
Mit Thomas Mandl
Viktor Ullmann:
Chinesische Lieder (1943)
Hölderlin-Lieder (1944)
Lieder auf jiddische Texte op. 53 (1944)
Little Cakewalk (1943)
Interpreten: Stephanie Haase, Sopran; Susan Wenckus, Klavier
Hans-Günter Klein im Gespräch mit Thomas Mandl (Meerbusch)
16.04.1994
Pressekonferenz anläßlich der konzertanten Aufführung der Oper "Flammen" von Schulhoff.
(9) 31. April 1994 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Jazz in den Klavierwerken von Erwin Schulhoff (zum 100. Geburtstag des Komponisten)
Erwin Schulhoff: Esquisses de Jazz, Jazz-Etüden, Hot music, Suite dansante en Jazz
Interpretin: Sherri Jones, Klavier
Referent: Prof. Dr. Albrecht Riethmüller (FU Berlin)
(8) 27. Jan. 1994 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Wladimir Vogel - der Weg von Berlin ins schweizerische Exil
Wladimir Vogel:
"Nature vivante. Six Pièces expressionistes pour piano" (1917-21)
"Drei Sprechlieder für tiefe Stimme und Klavier nach August Stramm" (1922)
Artur Louriè: Formes en l'air
Interpreten: Welf-Eckhardt Wiencke, Gottfried Eberle, Klavier
Referent: Walter Labhart (Zürich)
1993
(7) 15. Nov. 1993 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Aufbau einer neuen musikalischen Identität. Als deutscher Emigrant in Australien
mit George Dreyfus/Melbourne
George Dreyfus:
"There is something of Don Quixote in all of us" for Solo Guitar
"Odyssey for a lone bassoon"
Interpreten: Anne Katrin Gerbeth, Gitarre; Joachim Mehner, Fagott
George Dreyfus im Gespräch mit A. Dümling
(6) 17. Sept. 1993 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Musikclub des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt
+ Das NS-Lagersystem und die Musik
Karl Amadeus Hartmann:
Klaviersonate 27. April 1945
Emil Frantisek Burian:
Zyklus "šber Kinder" (O detech)
"Song von der Kuhle" (KZ Neuengamme)
"Wir Toten klagen an"
Interpreten: Holger Groschopp, Klavier; Markus Köhler, Bariton
Referent: Dr. Eckhard John (Freiburg im Breisgau)
(5) 3. Mai 1993 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Jüdisches Gemeindehaus Berlin
+ Viktor Ullmann - ein Kritiker des Theresienstädter Musiklebens
Viktor Ullmann:
"Lieder der Tröstung" für eine Singstimme und Streichtrio (erste Wiederaufführung seit Theresienstadt 1943/44)
Interpreten: Kimstedt-Trio
Referent: Dr. Ingo Schultz
(4) 28. März 1993 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Clubraum der Akademie der Künste Berlin
+ Eine Zeitzeugin erinnert sich: die Musikwissenschaftlerin Dr. Cornelia Schröder-Auerbach (Jahrgang 1900)
Musik von Hanning Schröder
Essay für Cello solo, Duo für Viola und Flöte
Interpreten: Claude Lelong, Bratsche; Martin-Ulrich Senn, Flöte; Werner Klemme, Violoncello
Einführung: Dr. Gottfried Eberle
(3) 30. Jan. 1993 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Hochschule der Künste Berlin
+ Die Berliner Musikhochschule 1933. Ein Fallbeispiel
Gesprächskonzert zum 60. Jahrestag der Gleichschaltung der Berliner Musikhochschule 1933
Paul Hindemith: Neun englische Lieder (1042-1944)
Interpreten: Ursula Hesse, Mezzosopran; Aglaia Bätzner, Klavier (Klasse Prof. Aribert Reimann)
Referent: Dr. Albrecht Dümling
1992
(2) 7. Dez. 1992 "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Clubraum der Akademie der Künste Berlin
+ Lernt Dada! Der Komponist Erwin Schulhoff in Saarbrücken und Berlin
Schulhoff:
Zehn Themen op. 30,
Fünf Pittoresken op. 31 u. Elf Inventionen
Interpret: Dr. Gottfried Eberle, Klavier
Referent: Dr. Tobias Widmaier (Saarbrücken)
07.10.1992
Erwin Schulhoff-Konzert und -Kolloquium an der Musikhochschule Köln.
Der Kolloquiumsbericht ist veröffentlicht als Band 5 der Schriftenreihe "Verdrängte Musik" [Buchreihe »]
30. August 1992
(1) Beginn der mr-Vortragsreihe "Verfolgung und Wiederentdeckung"
Kirche Zum Heilsbronnen in Berlin-Schöneberg
+ Darius Milhaud. Zwischen Verfolgung und Exil. Zum 100. Geburtstag des Komponisten
D. Milhaud:
Sonate für Orgel
Cinq Prières op. 231 c (1942) für Sopran und Orgel
Reves op. 233 (1942)
Henri Cliquet:
Six petit pièces Madeleine Milhaud für Klavier
Interpreten: Renate Dasch, Sopran; Peter Schwarz, Orgel; Gottfried Eberle, Klavier
Referenten: Dr. Wim de Vries, Amsterdam; Dr. Dieter Krickeberg, Nürnberg; Dr. Albrecht Dümling, Berlin.
Gesprächskonzert über von den Nazis beschlagnahmte und wiederaufgefundene Milhaud-Manuskripte.
27.02.1992
Konzert zur Gedenkveranstaltung des Deutschen Bundestages für die aus ihren Ämtern entfernten jüdischen Abgeordneten des Deutschen Reichstages
1991
zum 24. November 1941 - 1991
Gedenkkonzerte zum ersten Transport nach Theresienstadt in Prag, Berlin und Stuttgart
17. / 18. November 1991
Konzert des Berliner Philharmonischen Orchesters mit einer Komposition aus Theresienstadt, der "Studie für Streichorchester" von Pavel Haas (Ltg.: Simon Rattle)
4. / 5. Mai 1991
Theresienstadt-Kolloquium im Dresdner Zentrum für Zeitgenössische Musik
1990
8. Dezember 1990
Konzert der Stadt Frankfurt/Main in der Alten Oper
8. / 9. Sept. 1990
Gründungs-Konzerte in der Akademie der Künste Berlin